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Der Beginn dieser Pferderasse ist in der alten Welt zu suchen, denn hier gab es schon lange gefleckte Pferde. In den Höhlen von Lascaux und Perche- Merle in Frankreich fand man Wandzeichnungen von gefleckten Pferden, die aus der Zeit von 18.000 Jahren v. Chr. entstanden sind. Aktuelle Forschungsstudien lassen jedoch auch noch einen anderen Schluß zu, in dem durch die Flecken der Pferde auch Träume und Visionen dargestellt worden sein könnten, ohne einen direkten Bezug zu tatsächlich existierenden Pferden.

image002Höhlenmalerei in Pech Merle, Frankreich
Mit freundlicher Genehmigung von Prehistoire en Pech Merle, & durch den ApHC

In der Bronzezeit ca. 1750- 1500 Jahre v. Chr. im Gebiet des Ferghana-Tal (heutiges Usbekistan) im Herzen der asiatischen Steppe scheint die Hauptquelle der Pferde mit der überlegenen Größe, Stärke, Schnelligkeit und Intelligenz entstanden zu sein.

Etwa 100 Jahre v. Chr. zu Zeit des Kaisers Wu Ti sendeten seine Beamten Nachrichten über diese überlegenen Pferde. Einige waren der Ansicht, das diese prophezeit werden im Buch der Wandlung „himmlische Pferde kommen aus dem Nordwesten“. Die gefleckten Pferde sind reichlich in der chinesischen Kunst dargestellt worden.

Auch ist belegt, dass, aus Asien kommende Reiter ca. 1.000 Jahre vor Chr. gefleckte Pferde hatten, als sie Gebiete im heutigen Österreich eroberten. Auch den Streitwagen eines persischen Königs (heute Iran) zogen gefleckte Pferde, als dieser einen Überfall 480 Jahre vor Chr. auf Griechenland unternahm.

Ab 1600 tauchten gefleckte Pferde dann überall in Europa auf. 1685 wurden gefleckte Pferde nach England importiert, aus denen eine Zucht entstand, die auch heute noch besteht.

Gemälde von Johann Georg Hamilton, 1727
Mit freundlicher Genehmigung von Oberst Alois Podhajsky, Kommandant der Spanischen Reitschule, Wien & durch den ApHC

Die frühesten Belege für gefleckte Pferde in Österreich sind auf einem graviertem Schwert auf einem Friedhof in Hallstatt, datiert auf 800v. Chr., zu finden

Eine besonders große Rolle der gefleckten Pferde spielt Österreich, da zum Reich Karls V. Deutschland, Spanien und Österreich gehörte. Mitte des 16. Jahrhunderts erwarb die österreichische Königsfamilie eine Gruppe von andalusischen Pferden  aus Spanien. So kamen andalusische Pferde nach Kladrub und später nach Lipizzia. In Kladrub wurden schwere Rassen mit eingekreuzt, die nicht nach Lipizzia kamen, aus denen später die Rasse der Pinzgauer hervorging.

 

In Dänemark gibt es seit 1680 (urkundliche Erwähnung) noch eine Rasse von gefleckten Pferden- die Knapstrupper. Doch diese Rasse hat mit einem Appaloosa nichts gemeinsam.

Nicht jedes gefleckte Pferd ist ein Appaloosa. Ein reinrassiger Appaloosa ist ein Pferd, das ausschließlich auf

den Bestand und die Zucht der Nez Perce Indianer zurück zuführen ist.

Kommen wir nun zum Werdegang der Appaloosa in der neuen Welt!

Um 1500 hatten sich die ersten Spanier in Mexiko angesiedelt, um dort Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde zu züchten. Als Gehilfen arbeiteten bei den Siedlern auch Indianer, die die Pferde aber nicht reiten durften. Doch im Laufe der Zeit stahlen sie den Spaniern Pferde und lernten sehr schnell den Umgang mit diesen Tieren. 1621 ging ein Schiffstransport von Triest nach Vera Cruz, von dem belegt ist, daß gefleckte Pferde an Bord waren. Doch es dauerte noch Jahre, bis die Pferde nach Norden gelangten. So ist es wahrscheinlich, daß gefleckte Pferde durch die Navajos um 1710 bis in die Gegend der Nez Perce Indianer kamen. Die Nez Perce Indianer siedelten zu diesem Zeitpunkt im Grenzdreieck von Oregon, Idaho und Washington, auf den mächtigen Gebirgen, Schluchten und grasbewachsenen Ebenen des Hochplateaus lebten. Im Sommer verließen sie die Täler und zogen in die Hochebenen. Dort trieben sie auch Tauschhandel mit den Shoshonen.

Bei diesen Tauschaktionen sahen sie zum ersten Mal ein elchgroßes Tier, das Gras fraß und zum Tragen von Lasten benutzt wurde. Natürlich tauschte man so ein Tier ein und diesem folgten dann viele andere. Als die Nez Perce einige Pferde zusammen hatten, tauschten sie die Pferde nicht mehr ein, sondern stahlen sie. Nach ca. 15- 20 Jahren hatten alle Nez Perce Indianer Pferde und wußten mit ihnen sehr gut umzugehen.

Die Indianer glaubten an magische Kräfte. Bei besonderen Anlässen wurden die siegreichen Pferde mit Federn, Schleifen und Farbklecksen bunt geschmückt. Zu Kriegszeiten wurden die Pferde immer dekoriert. Jene Pferde, die von Natur aus mit einem eindrucksvollen Farbmuster ausgezeichnet und außer- dem schnell und mutig waren, wurden besonders geschätzt. Dieser Stamm war auch der einzige, der Pferde züchtete. Das heißt, die Pferde wurden nicht nur vermehrt sondern gezielt angepaart. So züchteten sie Reitpferde, die besonders wertvoll, intelligent, schnell und begehrt waren, nur mit den besten wurde weitergezüchtet.

image006Der Perce Scout, Gemälde von Bill Holm
Mit freundlicher Genehmigung vom ApHC

Die schweren und weniger guten Pferde gingen nicht in die Zucht, sondern wurden als Tragtiere benutzt, oder aber bei Tauschgeschäften eingetauscht. Die kräftigen, schnellen und wendigen Stuten und Hengste wurden zur Zucht eingesetzt, um damit hervorragende Pferde für die Büffeljagd und Kriegspferde zu erhalten. Sie waren die idealen Kriegspferde, denn sogar bei Überraschungsangriffen waren sie bereits „bemalt“ und während der Kämpfe konnten weder Schweiß noch Regen ihre Farben verwaschen.

Das Erstaunliche aber war, dass niemand den Nez Perce Indianern  beibrachte, wie man eine Zuchtauslese trifft. 1806 erschien ein Artikel von Lewis, in dem er seine Verwunderung zum Ausdruck brachte über die Eleganz, Qualität und Ausdauer der Nez Perce Pferde. Er beschrieb auch, dass minderwertige Pferde gelegt, Jährlinge sortiert wurden und die Zucht sich nur auf die besten Stuten und Hengste beschränkte. Es ist sicher nicht der Verdienst der Nez Perce, dass es gefleckte Pferde gibt, aber es ist ihr Verdienst, dass es den Appaloosa gibt, der sich durch seine enorme Leistungsstärke auszeichnet.
Eines der wichtigsten Zuchtgebiete für Appaloosa war das Wallowa- Country im Nordosten von Oregon. Hier hatte sich der Häuptling Chief Joseph mit seinem Stamm niedergelassen und dieser Zweig der Nez Perce war es, der mit seinem Appaloosa- Pferden in die Geschichte einging. Die Tapferkeit der Indianer und ihrer außergewöhnlichen Pferde beeindruckte ganz Amerika.
Den Namen APPALOOSA erhielten diese Pferde erst später und zwar um das Jahr 1870. Zu dieser Zeit ließen sich Weizenfarmer am Fluß Palouse nieder. Dort war ein Nez- Perce ansässig, der eine große Herde gefleckter Pferde besaß. Die Farmer nannten  diese Pferde zuerst Palouse, dann Palousey horses, woraus A Palousey wurde. Im Laufe der Zeit wurde A Palousey im Sprachgebrauch zusammengezogen in „an Aplousey“. Schließlich gab man diesen Pferden den Namen APPALOOSA.
So wie den anderen Indianerstämmen ging es auch den Nez Perce: Nach Goldfunden drangen immer mehr Goldsucher und Siedler in das Stammesgebiet ein und ließen sich dort nieder, Feindseligkeiten blieben nicht aus.

Das traurigste Kapitel der Appalloosa begann am 15. Mai 1877, als General Howard den Befehl gab, dass Chief Josef und weitere Häuptlinge mit ihren Stammesmitgliedern und mit all ihrem Besitztum ihre Heimat verlassen und innerhalb von 30 Tagen in die Lapwai Reservation in Idaho umziehen sollten.
Die Indianer sagtem dem zu, obwohl es unmöglich erschien diese Frist einzuhalten, machten sich 800 Nez- Perce mit ca. 2000 Pferden auf zum Weg in die Reservation. Da die Zeit sehr kurz war, mußten sie den Snake River überqueren. Dieser war etwa 400 Meter breit und führte zum Zeitpunkt der Überquerung eisiges Schmelzwasser mit reißender Strömung. Die Nez- Perce ließen sich von ihren Pferden, die sie an ihre Büffelhautflöße banden auf die andere Seite ziehen. Doch wegen der sehr starken Strömung wurden sehr viele Pferde abgetrieben. Nach der Überquerung, die alle Menschen heil überstanden, waren jedoch 900 Appaloosa ertrunken.
image008 Von Oregon bis kurz vor der kanadischen Grenze führte der Fluchtweg der Nez Perce
Mit freundlicher Genehmigung durch den ApHC
Die Nez Perce zogen weiter in Richtung Lapwai Reservation, doch auf diesem Wege ereigneten sich mehrere kleinere tragische Zwischenfälle zwischen Indianern und Siedlern, zu derem Höhepunkt drei junge Krieger vier Siedler am Salomon River töteten.
Looking Glas, der Kriegshäuptling des Stammes
Mit freundlicher Genehmigung durch den ApHC

Die Konsequenz zwang die Nez Perce in einen Krieg, den sie nie gewollt hatten und aus einem geplanten Umzug wurde  für die Indianer und ihre Pferde  ein Kriegszug. Von Fort Lapwai zog Captain Perry mit zwei Kavalleriekompanien aus, um das Indianercamp anzugreifen. Am 17. Juni wurden die Nez- Perce im Morgengrauen von Captain Perry angegriffen, doch seine 112 Soldaten hatten keine Chance gegen ca. 65 Nez Perce Krieger. Schon nach wenigen Minuten waren die Soldaten geschlagen. Sie mußten 34 Tote und zwei Verwundete beklagen, die Nez Perce hingegen „nur“ 2 Verwundete.

Doch durch den Telegraphen war es der US-Armee möglich ihnen den Weg abzuschneiden. So erfolgte am 29. September 1877 bei Sonnenaufgang kurz vor der kanadischen Grenze (48 km) wieder ein Angriff auf die Indianer. 600 Soldaten standen 120 Nez Perce Kriegern gegenüber. Diese konnten den Angriff auch wieder stoppen, wurden aber 6 Tage lang belagert, bis die Generäle Howard und Miles mit ihren Truppen eintrafen. Die völlig ausgehungerten und erschöpften Indianer ergaben sich am 5. Oktober 1877.

 

Die dramatische Rede, die Chief Joseph bei der Kapitulation hielt, spiegelt das Elend und die Verzweiflung wider, die die Indianer letztendlich zur Aufgabe zwangen: „Sagt General Howard, ich kenne sein Herz. Was er mir gesagt hat, habe ich in meinem Herzen bewahrt. Ich bin müde vom Kämpfen. Unsere Häuptlinge   sind  tot. Looking  Glas  ist  tot.  Toohoolhoolzote ist  tot. Die alten  Männer sind alle tot. Jetzt sagen die jungen Männer“ ja“ oder „nein“. Der Anführer der jungen Männer (Ollokot) ist tot. Es ist kalt und wir haben keine Decken. Die kleinen Kinder erfrieren. Einige meiner Leute sind in die Berge geflohen; sie haben keine Decken und nichts zu essen.. Niemand weiß wo sie sind, vielleicht erfrieren sie. Ich möchte Zeit haben, nach meinen Kindern zu suchen und zu sehen, wie viele ich finden kann. Vielleicht finde ich sie unter den Toten. Hört mich an, meine Häuptlinge! Ich bin müde. Mein Herz ist krank und traurig. Von dort, wo die Sonne jetzt steht, werde ich nie mehr kämpfen“

Chief Joseph
Mit freundlicher Genehmigung durch den ApHC

 Ausschnitt aus einem Armeebericht:

Chief Joseph und seine Leute mit ihren außergewöhnlich guten  Pferden kämpften gegen 10 verschiedene US Kommandos in 13 Schlachten und Gefechten und bei fast jeder Begegnung siegten sie oder erkämpften sich den Stillstand. General Sherman bezeichnete diese Kämpfe zurecht als die außergewöhnlichsten Indianerkämpfe, über die jemals berichtet wurde.

Mit wachsendem Interesse hatte die amerikanische Öffentlichkeit die dreieinhalb Monate dauernde Flucht der Nez Perce Indianer auf ihren bewundernswerten Pferden beobachtet, nicht der Menschen wegen, sondern aus Interesse an diesen faszinierenden Tieren mit der auffälligen Fellzeichnung. Ironischerweise führte genau dieses Interesse nach dem „Sieg“ über die Indianer fast zur Ausrottung der Appaloosa.
Die überlebenden Tiere wurden durch die Armee beschlagnahmt und nach Fort Keogh gebracht, wo sie in einer Versteigerung reißenden Absatz fanden. Diejenigen, die eines oder mehrere der heiß begehrten Pferde mit nach Hause nehmen konnten, kreuzten die Tiere mit allem, was sich im heimischem Stall befand, vom Kaltblut bis zum Esel. Der Appaloosa stand vor der Ausrottung.

Bei diesen Tauschaktionen sahen sie zum ersten Mal ein elchgroßes Tier, das Gras fraß und zum Tragen von Lasten benutzt wurde. Natürlich tauschte man so ein Tier ein und diesem folgten dann viele andere. Als die Nez Perce einige Pferde zusammen hatten, tauschten sie die Pferde nicht mehr ein, sondern stahlen sie. Nach ca. 15- 20 Jahren hatten alle Nez Perce Indianer Pferde und wußten mit ihnen sehr gut umzugehen.

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