Liebe Züchter und Hengsthalter des ApHCG,

Im Rahmen der Umsetzung der europäischen Tierzuchtverordnung haben sich die Tierzuchtreferenten des Bundes auf folgende Auslegung des Artikels 21 der VO (EU) 2016/1012 verständigt. Hierrüber wurden wir durch unsere aufsichtführende Behörde informiert. Demnach kann bei Pferden Samen in der künstlichen Besamung eingesetzt werden, der von Hengsten entnommen wurde, die einer Leistungsprüfung oder Zuchtwertschätzung unterzogen wurden. Eine analoge Regelung gilt für die Gewinnung von Eizellen und Embryonen, dies spielt im täglichen Zuchtgeschehen innerhalb unseres Zuchtprogrammes aber eine sehr untergeordnete Rolle.Im Weiteren heißt es zur Auslegung das zur Leistungsprüfung auch eine Exterieurbewertung zählt. Sind, wie im Falle des ApHCG, mehrere Stufen und Formen von Leistungsprüfungen zugelassen, muss vom Zuchtverband festgelegt werden, welche Hengste und Stuten zur Gewinnung von Zuchtmaterial zugelassen sind. Ich weise alle Hengsthalter darauf hin, dass sie ihre Hengste vor einem geplanten Besamungseinsatz entsprechend den Bestimmungen des §18 unseres Zuchtprogrammes (siehe Anhang) im Rahmen der diesjährigen Zuchtschauen linear beschreiben lassen müssen. Stutenbesitzer müssen ab der kommenden Zuchtsaison darauf achten, dass im Rahmen des Zuchtprogrammes nur Samen von Hengsten verwendet werden kann, dem eine entsprechende den Vorgaben entsprechende Zuchtbescheinigung beigefügt ist.Für Rückfragen sollten sich alle Züchter frühzeitig mit dem Zuchtbüro in Verbindung setzen. Ich wünsche allen Züchtern weiterhin eine erfolgreiche Zuchtsaison und sehe sie dann hoffentlich auf den diversen Zuchtschauen des ApHCG!

Torsten Haier (Zuchtleiter)

Anlage:

§ 18 Reproduktionstechniken

§ 18.1 Grundbestimmungen zu den Reproduktionstechniken

Im Rahmen des Zuchtprogramms für die Rasse Appaloosa sind folgende Reproduktionstechniken zugelassen.

  1. künstliche Besamung (Samenübertragung frisch, gekühlt oder gefroren)
  2. Embryotransfer
  3. Pferde, die mittels nicht zugelassener Reproduktionstechniken gezeugt werden, können nur in die Fohlenbücher eingetragen.

§ 18.2 Bestimmungen für Hengste im Besamungseinsatz

Alle Hengste, die für die Entnahme von Samen zum Zweck der künstlichen Besamung verwendet werden, müssen folgende Anforderungen erfüllen:

  1. Sie sind mindestens im Hengstbuch gemäß den §§ 9.1 bis 9.4 eingetragen.
  2. Ihr Zuchtwert liegt mind. 5% über dem Mittelwert der Population.
  3. Hengste müssen vor dem Besamungseinsatz gemäß §7 dieses Zuchtprogramms linear beschrieben und in Leistungsgruppe I oder II eingestuft werden.
  4. Tiefgefriersperma von Hengsten, die in Drittstaaten stationiert sind, kann zum Zweck der künstlichen Besamung verwendet werden. Die Genehmigung der Verwendung des Tiefgefrierspermas eines solchen Hengstes kann widerrufen werden, wenn die Nachkommen dieses Hengstes einen unterdurchschnittlichen Zuchtwert aufweisen oder dieser Hengst nachweislich gesundheitliche Mängel nach Anlage 3 vererbt.

§ 18.3 Bestimmungen für Stuten im Embryotransfereinsatz

Alle Stuten, denen Eizellen zur In-vitro-Produktion von Embryonen bzw. in-vivo erzeugte Embryonen zum Zwecke des Embryotransfers entnommen werden, müssen folgende Anforderungen erfüllen:

  1. Sie sind im Stutbuch gemäß den §§ 9.10 bis 9.13 dieses Zuchtprogramms eingetragen.
  2. Ihr Zuchtwert liegt mind. 5% über dem Mittelwert der Population.

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