Lesen sie in dem folgenden Artikel von der Zuchtleiterin Britta Schielke und dem Zuchtobmann Horst Berg des ApHCG e.V., wie die Qualitätseinstufungen und damit die zukünftige Nutzung und weitere Verwendung der Rassepferde für Sport- und Zuchtzwecke aufgegliedert ist.

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In den letzten Monaten häuften sich in der Geschäftsstelle des ApHCG e.V. die Anfragen für Equidenpässe mit Zuchtbescheinigungen. Besondere Probleme hatten sie immer wieder mit Neueinsteigern, die sich ein Pferd gekauft haben. Häufig beschweren sich die Mitglieder über inserierte Verkaufsanzeigen, in denen mit Appaloosa zu Niedrigpreisen geworben wird, die keine sind. Mit diesen Pferden wurde beim Verkauf weder ein „Certificate of Registration“ noch einen „Equidenpaß“ vom Verkäufer / Züchter übergeben. Die augenscheinlich preiswert erworbenen Pferde waren papiertechnisch Blanko. Nun möchte der neue Besitzer, daß sein Pferd als „echter Appaloosa“ ausgewiesen wird. Es ist für den Neueinsteiger meist ein langer, beschwerlicher Weg alle erforderlichen Unterlagen und Unterschriften des Verkäufer / Züchter zu bekommen, um die neuen Papiere für sein Pferd zu erlangen. Ganz von den zusätzlichen Kosten abgesehen, die durch die verspätete Registrierung beim ApHC in den USA oder für nachträgliche Eintragungen der Elterntiere zu leisten sind. Das sogenannte „Schnäppchen“ entpuppt sich vielmehr als zeit- und kostenintensive Investition, bei dem der neue Besitzer viel Lehrgeld bezahlen muß. Allein dadurch ist schon der erste Spaß am Pferd dahin. Bei einem ordentlichen Kauf / Verkauf wäre dem neuen Pferdebesitzer einiges erspart geblieben.

Was ist ein ordentlicher/ verantwortungsbewußter Pferdeverkauf?

Bei diesem Verkauf veräußert der Züchter / Verkäufer sein Pferd mit einem „Certificate of Registration“ des ApHC und einem „Equidenpaß“ mit Zuchtbescheinigung. Alle erforderlichen Unterlagen, die das Pferd als Zuchttier ausweisen, liegen beim Kauf/Verkauf des Pferdes vor und werden mit dem Pferd an den Käufer übergeben. Durch diesen Service, welcher für einen verantwortungsbewussten Züchter die Regel sein sollte, unterstützt er seinen Käufer, um ihn langfristig an sich und die Rasse zu binden.Voraussichtlich wird der Käufer, wenn er sich ein weiteres Pferd zulegen möchte, zuerst wieder bei seinem damaligen Züchter/Verkäufer nachfragen, ob er ein Pferd für ihn hat. Er hat Vertrauen aufgebaut und war mit dem Service zufrieden. Es geht hier nicht darum: „Endlich ist das Pferd vom Hof. Aus den Augen aus dem Sinn.“ Den Imageschaden, den die Rasse und der Verband durch diese kurzsichtige Handlungsweise genommen haben, ist mittlerweile nicht zu unterschätzen. Unzufriedene Käufer, die beim nächsten Mal eine andere Pferderasse wählen würden, sind die Folge.

Im Rahmen der gesetzlichen Änderungen hinsichtlich des Equidenpasses für Zuchttiere und dem Verlust des ehemaligen Status der amerikanischen Papiere (Certificate of Registration) als alleiniges Zuchtpapier sind die Überprüfungen und Anforderungen des Zuchtverbandes an die Mitglieder immer wieder in Frage gestellt worden. Fachlich nicht korrekte Aussagen von selbsternannten Zuchtprofis und schädliche Diskussionen aus Unwissenheit in Internetforen, das der ApHCG e.V. anders arbeitet als die anderen Westernrassenverbände, haben derzeit viel Unsicherheit in die Züchterschaft und bei den Käufern/Verkäufern von Pferden gebracht.

Noch einmal zur Erinnerung:

Die Aufgabe des Zuchtverbandes ist die Abstammungssicherung und Überprüfung des Zuchtpferdes und der Elterntiere nach dem Tierzuchtgesetz und der eigenen Zuchtbuchordnung. Zum Anderen hat der Zuchtverband die Aufgabe nach dem Tierschutzgesetz nur die Züchtung von gesunden Tieren zu fördern und zu unterstützen. Genteste und die Veröffentlichung der Ergebnisse bringen dem Züchter und Käufer eine Transparenz und Informationssicherheit, die für die Zucht unerlässlich ist. Der Verband leistet durch die Überprüfung und Kontrolle der Angaben des Pferdes eine Qualitätssicherung. Wer heute ein Auto aus den USA importiert, muß nachweisen, daß die Qualität und die Verkehrssicherheit des KFZ dem deutschen Standard entspreichen (TÜV). Ansonsten wird das KFZ aus den USA keine Zulassungspapiere erhalten. Aus diesem Grund ist es die Aufgabe des ApHCG e.V., eine Qualitätssicherung des Zucht-Appaloosa durchzuführen, in dem alle zu dem Pferd vorgelegten Papiere, Abstammungsnachweise, Gen-Tests, etc. überprüft, in einer Datenbank dokumentiert und danach erst ein Zuchtpapier für das Pferd in Form des Equidenpasses mit Zuchtbescheinigung erstellt und ausgegeben wird. Der Verband ist somit nichts anderes als der TÜV und die Zulassungsstelle.

Was bedeutet Qualitätssicherung?

Der Käufer erhält durch den Kauf eines Appaloosas von einem Mitglied beim ApHCG durch den Equidenpaß mit Zuchtbescheinigung die Gewähr, dass die Abstammung des Pferdes geprüft, dokumentiert und korrekt ist, sodaß es sich bei dem Pferd um einen echten Appaloosa handelt. Hat der Züchter auch die nach der Zuchtbuchordnung erforderlichen Gentest, wie HYPP, PSSM etc. machen lassen, so werden diese im Equidenpaß eingetragen. Desweiteren sind die züchterischen Erfolge in die Zuchtbescheinigung integriert. Der Käufer kauft nicht mehr die „Katze im Sack“ und muss nachher zusätzliche Kosten tragen.

Die Abstufung der Qualitätsanforderungen an einen Appaloosa in Deutschland sieht folgendermaßen aus:

  1. Appaloosa ohne jegliche Dokumente, wie Registration Application oder Certificate of Registration vom ApHC
  2. Appaloosa nur mit dem amerikanischen Certificate of Registration vom ApHC
  3. Apppaloosa mit Certificate of Registration und einem Freizeitpferdepaß
  4. Appaloosa mit Certificate of Registration und einem Equidenpaß mit Zuchtbescheinigung vom ApHCG oder einem anderen staatlich anerkannten Filialzuchtverband in Deutschland.

Zu Punkt 1: Hier ist zu überprüfen, ob für dieses Pferd amerikanische Papiere ausgestellt werden können. Dann muss das Certificate of Registration in den USA beantragt werden. Erst danach kann ein Equidenpaß erstellt werden. Ohne den Equidenpass darf das Pferd nicht transportiert und verkauft werden. In Deutschland gilt das amerikanische Certificate of Registration nicht mehr als Zuchtbescheinigung, sondern als Eigentumsnachweis, wenn es vom deutschen Zuchtverband einen Stempel mit Datum und Unterschrift erhält.

Zu Punkt 2: Hier muss noch ein Equidenpaß erstellt werden. Ohne diesen darf das Pferd nicht transportiert und verkauft werden. In Deutschland gilt das amerikanische Certificate of Registration nicht mehr als Zuchtbescheinigung, sondern als Eigentumsnachweis, wenn es vom deutschen Zuchtverband einen Stempel mit Datum und Unterschrift erhält.

Zu Punkt 3: Der Käufer hat einen Appaloosa mit einem Equidenpass für Freitzeitpferde (Freizeitpferdepass) gekauft. Das ist die Mindestvoraussetzung, die ein Appaloosa haben muß, um in der EU transportiert oder verkauft zu werden. Hier besitzt der Käufer jedoch kein Zuchttier, d.h. er kann z.B. die Stute oder deren Nachzucht nicht als Zuchttier verkaufen. Es besteht jedoch die Möglichkeit, den Freizeitpferdepaß mit entsprechenden Unterlagen beim ApHCG e.V. oder einem anderen staatlich anerkannten Filialzuchtverband für die Rasse Appaloosa, in einen Equidenpaß mit Zuchtbescheinigung umwandeln zu lassen. Somit erhält das Pferd einen Zuchttierstatus und die Nachkommen können vollständige Zuchtbescheinigungen erhalten.

Zu Punkt 4: Hier hat der Käufer ein Zuchtpferd der Rasse Appaloosa erstanden, mit dem er züchten und dies als Zuchtpferd verkaufen kann. Die Nachkommen erhalten dann Equidenpässe mit Zuchtbescheinigungen. Es sei hier auch darauf hingewiesen, dass der ApHCG e.V. nur für Mitglieder diese Bescheinigungen ausstellen darf. Für Besitzer bzw. Käufer und somit neue Besitzer, ist dieses ein „rundum sorglos Paket“. Dieses Pferd kann ohne Einschränkungen in Sport und Zucht eingesetzt werden. Dieser Appaloosa hat einen deutlichen höheren Wert als die zu vor beschriebenen Varianten. Einzige erwähnenswerte Einschränkung für den Sport- bzw. Zuchteinsatz ist, wenn das Pferd über eine N Nummer bei der Registriernummer hinsichtlich der Einfarbigkeit verfügt. Dann gibt es noch Sonderregelungen.  

Also machen sie sich als Käufer vor dem Kauf eines neuen Pferdes wissend. Vergleichen sie und fragen sie nach! Bevor sie ein sog. „Schnäppchen“ erwerben, das sich oft als unecht oder überteuert herausstellt. Wenden sie sich an den jeweiligen Zuchtverband der Rasse oder informieren sie sich bei den Züchtern, die dem Verband angeschlossen sind. Kaufen sie Qualität statt Quantität! Haben sie Freude an einem gesunden und qualitätsgeprüften Zuchtpferd mit Zuchtpapieren, damit sie ihre Zucht in Zukunft auf eine solide Basis stellen können.

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