Diese Regelungen für den Antrag und das Handling der Equidenpässe sind dem ApHCG e.V. von der zuständigen Behörde in Bayern, der ViehVerkV (vom 03.03.2010) und der Verordnung (EG) Nr. 504/2008 vorgegeben. Zum Teil werden die Vorgaben in den Bundesländern unterschiedlich gehandhabt und sind bei den dortigen Behörden/Zuchtverbänden nachzufragen.

Bund und Länder stimmen darin überein, dass die jeweiligen Tierhalter in der Bringschuld gegenüber der den Equidenpass ausgebenden Stellen ist, und nicht ein Verband in der Holpflicht.

Fragen-Antworten und Informationen rund um den Equidenpass:

1. Ist der Antragssteller Mitglied?
Wir dürfen nur für Mitglieder Equidenpässe ausstellen. Der ApHCG stellt Equidenpässe für Zuchttiere aus, d.h. mit Abstammungsnachweis. Das Pferd bekommt einen Pass mit Zuchttierstatus.

2. Nichtmitglieder erhalten nur Equidenpässe, sogn. Freizeitpferdepässe von einem Zuchtverband in ihrem Bundesland, welcher Freizeitpferdepässe ausstellen darf oder Sportpferdepässe von der FN, oder Equidenpässe mit  Abstammungsnachweis von den staatlich anerkannten Zuchtverbänden, die als Filialzuchtverbände Appaloosa führen.

3. Die Liste der deutschen zuständigen Stellen, die Equidenpässe ausstellen dürfen ist auf der Internetseite des BMELV (RubrikTier/Tiergesundheit/Tierkennzeichnung/ Kennzeichnung und Identifizierung von Einhufern) zu finden.

4. Die zuständigen Stellen zur Ausstellung der Equidenpässe für Zuchttiere (registrierte Equiden) sind die vom Mitgliedstaat amtlich zugelassene und anerkannte Züchterorganisationen oder amtliche Stellen, die das Zuchtbuch führt oder eine Zweigstelle mit Sitz in einem Mitgliedstaat einer internationalen Vereinigung oder Organisation, die Pferde im Hinblick auf Wettkämpfe und Rennen verwaltet (Turnierpferde). Nutzequiden (nicht registrierte Equiden) werden von der zuständigen Behörde benannt (in Bayern derzeit: Landesverband Bay.Pferdezüchter e.V.)

5. Alle ab dem 01.07.2009 geborenen Equiden müssen mit einem implantierbaren Transponder gekennzeichnet werden. Die Transponder für Appaloosa erhält man beim ApHCG oder in dem jeweiligen Bundesland ausgebende Stelle.

6. Kennzeichnungsfrist für Transponder und Equidenpass:

  • Für Equiden, die vor dem 1. Juli 2009 in der EU geboren wurden und bisher noch keinen Pass besitzen, muss ebenfalls bei der zuständigen Stelle ein Pass beantragt werden. Sie müssen auch einen  amtlichen Transponder erhalten. Da die EU-rechtlich vorgegebene Übergangsfrist aber bereits abgelaufen ist, kann für diese Tiere nur mehr ein sogenannter Ersatzpass ausgestellt werden. Eine Schlachtung dieser Tiere zum menschlichen Verzehr ist nicht mehr möglich. Bei nicht fristgerechte Beantragen des Equidenpasses kann laut ViehVerkV §2 Nr.23 von der zuständigen Behörde ein Bußgeld erhoben werden.
  • Für Equiden, die nach dem 1. Juli 2009 geboren wurden bzw. werden, muss grundsätzlich bis zum Ende des Geburtsjahres ein Pass beantragt werden und mit einem elektronischen Transponder gekennzeichnet sein. Bei Fohlen, die in der zweiten Jahreshälfte (01.07. bis 31.12.) geboren werden, beträgt die maximale Frist sechs Monate nach der Geburt. Wird der Pass nicht innerhalb dieser Fristen beantragt, kann ebenfalls nur mehr ein Ersatzpass ausgestellt werden, so dass eine spätere Schlachtung dieser Tiere ebenfalls nicht mehr möglich ist.

7. Die FN darf keine Equidenpässe mit Abstammungsnachweisen ausfüllen und auch keine Freizeitpferdepässe für derzeit bayerische Pferde machen. Die Regelung ist derzeit nicht in allen Bundesländern gleich. Die Pferde, welche von der FN einen Pass erhalten haben, haben keinen Status als Zuchttier.

8. Wenn der Pferdebesitzer noch kein Mitglied ist und einen Equidenpaß mit Abstammungsnachweis für ein Zuchttier haben möchte, so muss er Mitglied beim ApHCG werden und das amerikanische Papier vom ApHC für das Pferde vorlegen können. Damit das Pferd als „aktives Zuchttier“ im Zuchtverband geführt werden kann, muss das Pferd ( wenn es älter als 2 Jahre ist) innerhalb des Antrag-Jahres auf einer Zuchtschau vorgestellt, bewertet und ins Zuchtbuch eingetragen werden. Ist das Pferd kein Appaloosa, sondern z.B. ein Quarter Horse, dann muss das amerikanische Papier der AQHA vorliegen und zusätzlich das Pferd in der DQHA e.V. eintragungsfähig sein oder schon im Zuchtbuch eingetragen sein. Dieses Prinzip gilt auch für die anderen Kreuzungsrassen Araber und Englisches Vollblut.

9. Hat das Pferd schon einen Equidenpaß, z.B. von der FN und das Pferd soll von einem nicht registrierten Zuchttier in ein registriertes Zuchttier umgewandelt werden? In den Equidenpaß von der FN kann nicht einfach die Abstammung eingetragen werden. Es muss ein neuer Equidenpaß beantragt werden. Der Pferdehalter muss beim ApHCG Mitglied werden, der alte Equidenpass wird eingezogen und ein neuer sogn. Duplikat-/Ersatzequidenpaß mit  Abstammungsnachweis wird für das Zuchttier ausgestellt. Das Pferd kann nicht mehr zu Schlachtung gebracht werden.

10. Für Pferde, die vor dem 01.07.2009 geboren wurden und keinen Equidenpass besitzen (Erst-Identifikation), dürfen nur Ersatzpässe ausgestellt werden. Für Pferde mit Abstammungsnachweis ist ggf. die Ausstellung eines Duplikats  möglich. In beiden Fällen ist eine Schlachtung für den menschlichen Verzehr ausgeschlossen. Nach dem 01.02.2011 ausgestellte Originalpässe für vor dem 01.07.2009 geborenen Equiden sind ungültig.

11. Der Pferdehalter ist verpflichtet, den Equidenpass nach dem Tod, der Schlachtung oder dem Verlust des Pferdes an die Equidenpass ausgebende Stelle zurückzuschicken.

12. Wird ein Pferd von A nach B transportiert und liegt der Equidenpass zur Aktualisierung nicht vor, so kann folgendes aufgesetzt werden: Der Original-Equidenpass befindet sich zur Aktualisierung bei der Equidenpass ausstellenden Stelle; in der Zeit wird eine zeitlich befristete ( 10 Tage) geltende, das Verbandssiegel tragende Kopie des Equidenpasses mitgeführt.

13. Der Tierhalter ist für die Aktualität der Angaben im Equidenpass verantwortlich.

14. Änderungen des Besitzers / Eigentümers ist grundsätzlich durch den Tierhalter vorzunehmen. Dies sollte schriftlich oder online an die Pass ausgebende Stelle erfolgen. Der Equidenpass ist an die Pass ausgebende Stelle zu schicken; alternativ kann die Pass ausgebende Stelle einen Aufkleber mit den neuen Daten an den Tierhalter senden.

15. Der Equidenpass kann nur ausgegeben werden, wenn alle Daten in HIT eingegeben, plausibilisiert und akzeptiert worden sind.

16. Werden bei einer Equidenpass ausstellenden Stelle Equidenpässe aus einem anderen Mitgliedstaat mit einem Antrag auf Ausstellung eines deutschen Equidenpasses eingereicht, so sind diese Anträge abzulehnen und an den Tierhalter zurückzugeben.

17. Equidenpässe, die von einer nicht zuständigen Stelle ausgestellt worden sind, sind ungültig. Der Tierhalter muß einen neuen Equidenpass bei der zuständigen Stelle beantragen.

18. Aus einem Drittland eingeführte Pferde müssen innerhalb von 30 Tagen nach Abschluss des Zollverfahrens entsprechend der ViehVerkV zu kennzeichnen, d.h. einen Transponder (falls noch nicht vorhanden) und einen Equidenpaß beantragen.

19. Alle Pferde, ob eingetragen oder nicht eingetragen, müssen seit Inkraftreten der Verordnung (EG) Nr. 504/2008 zum 01.07.2009, unabhängig von einer Verbringung, einen Equidenpaß haben.

20. Die Übergangsfrist zur Kennzeichnung von Equiden, die nach „altem“ Recht keine Pass gebraucht haben, weil sie nie aus dem Geburtsbestand verbracht wurden, ist am 31.12.2009 abgelaufen.

21. Pferde, die keinen Pass haben und zum Schlachten in einen Schlachtbetrieb angeliefert werden dürfen nach EU-Lebensmittelrecht nicht zur Schlachtung zugelassen werden bzw. werden nach dem Schlachten als genussuntauglich erklärt.

 

aktueller Stand vom 20.01.2014

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