Einleitung

12.03.2021

Nach dem großen Erfolg unseres Adventskalender 2020 mit den Vererbern aus der europäischen Apaloosa-Zucht möchten wir hier die Serie der Appaloosa Vererber fortführen.

Habt auch ihr schon mal Ahnenforschung für eure(n) Appaloosa betrieben und konntet dazu eher wenig im Netz finden? Habt ihr bereits recherchiert und einen Artikel zu einem Vorfahren verfasst? Schreibt uns gerne an und wir können zusammen daran arbeiten!

Apache Applesauce

Apache Applesauce

Die Spur von Apache Applesauce lässt sich väterlicherseits nur bis zu den Großeltern und mütterlicherseits nur bis zum Großvater verfolgen.
Direkte Nachkommen, welche beim ApHC registriert wurden: 65
Apache Applesauce wurde neben Joker Cedar Autumn 1975 auf der Equitana in Essen vorgestellt – damals bereits 16-jährig!

In einem Artikel zu einem seiner Enkel „Fire and Eays“ ( Sire: Horse of Geronimo, Dam: Saar Nschotschi) erwähnte ihn Herr H.-W. Lesch in der Westernhorse 10# 2003 wie folgt:
„Fire ist ein Appaloosa-Hengst, wie Sie ihn in Deutschland wohl kaum mehr finden können. Sein Großvater war der 1975 auf der Equitana vorgestellte Apache Applesauce, der neben dem ebenfalls vorgestellten Joker Cedar Autumn die deutsche und europäische Appaloosa-Zucht maßgeblich beeinflußten. Beide waren für den Beginn ungeheuer wichtig – beide haben ihre Spuren hinterlassen.  Horse of Geronimo – ein würdiger Nachfolger seines Vaters. Keiner der insgesamt 65 beim ApHC registrierten direkten Nachkommen von Apache Applesauce erreichte die Bedeutung des 1978 geborenen Horse of Geronimo, der aus der Stute Snowbirds Fancy Pants stammt, die im Gegensatz zu Apache Applesauce ein ausgedehntes Foundation Pedigree aufzuweisen hat.“

Neben den beiden anderen „Urgesteinen“ Joker Cedar Autumn und Joker Reed Charge, welcher bereits 1971 schon nach Holland importiert wurde, hatte Apache Applesauce im Gegensatz zu den beiden anderen Hengsten kaum bekannte Namen in seiner Abstammung aufzuweisen.
Er überzeugte jedoch vor allem durch sein harmonisches Gebäude und seine kontrastreiche Zeichnung.

Quelle: www.allbreedpedigree.com
Text: Sandra Platz-Schomisch
Bright Eyes Brother

Bright Eyes Brother

Bred by CL Maddon, Albuquerque, New Mexico.
Bright Eyes Brother was half brother to Maddon`s Bright Eyes, AQHA #27000, twice world champion quarter running horse and three times quarter running mare.
Sire of Multiple World, National and Race Champions.
ApHC Hall of Fame - 1988

Quelle: Allbreedpedigree – All Breed Database

Neben den direkten Vererbern, die in den Anfängen der Appaloosa-Zucht nach Deutschland bzw. Europa kamen, wurden auch viele Nachkommen von Hengsten bedeutender Linien aus USA importiert – teilweise in Form von tragenden Stuten. Ein gutes Beispiel hierfür ist Bright Eyes Brother.
Sowohl in Hengst- als auch in Stutenlinien finden sich viele deutsche Züchter, die ihre Zucht auf Bright Eyes Brother aufgebaut haben.
Im Pedigree vieler sehr erfolgreich im Sport vorgestellten Appaloosas ist dieser Hengst zu finden!
Darunter auch z.B. im Rennsport – hier sein Sohn Bright Tiger:

Simone Köhn hat auf der Facebook-Seite „Erfolgreiche Appaloosa“ einen Artikel aus „Appaloosa Bloodlines“ über ihn wie folgt frei übersetzt (Danke Simone, dass ich den Artikel verwenden darf):

Die Geschichte der Appaloosa ist voll von berühmten Pferde-Menschenpaaren die gemeinsam Geschichte geschrieben haben. So auch Cecil Dobbin und Bright Eyes Brother die beide 1988 in die Hall of Frame aufgenommen wurde. Als die Rasse in den USA immer beliebter und bei Auktionen höhere Gebote erreichten, wurde Cecil auf den Halbbruder Maddon Bright Eyes (AQHA) aufmerksam. Maddon Bright Eyes war dreimaliger World Champion und stammt von der Maddon Ranch in New Mexico. Ihr Appaloosa Halbbruder hat mit drei gemeinsame Großeltern eine starke Verbindung zu Maddon Bright Eyes die Mutter, und war ein Rodeopferd namens "Frosty". Zwei Jahre verfolgte Cecil die Geschichte des Hengstes Maddon Bright Eyes bevor sie den Bruder Bright Eyes Brother kaufte. Es war der Western Horseman Dick Spencer der den Namen Bright Eyes Brother vorschlug. Bright Eyes Brother wurde nur wenig geshowt, aber zu seinen renommierten Siegen gehörten der Grand Champions Titel auf der Denver National Western Stock Show. Für Sie wurde er die Zuchtgrundlage. Er wurde hauptsächlich für Coke Roberts Zuchtstuten eingesetzt. Bright Eyes Brother hat 146 registrierte Fohlen. Die Söhne und Töchter präsentierten sich auf viele Shows und gleich drei Nachkommen folgten ihm in die Hall of Frame. Bright Starlette, Mighty Bright und Bright Chip. Der Hengst ist bis zu seinem Tod in Besitz von Cecil Dobbin gewesen. Seine Gene haben die Rasse maßgeblich geprägt.

Eine Liste der Offsprings ist zu finden unter: appaloosaterritory.com - Appaloosa History, Bright Eyes Brother F-3047

Text: Sandra Platz-Schomisch

Bright Eyes Brother F-3047

„Bright Eyes Brother“ wurde 1950 als Sohn des Quarterhorse Hengstes „Billy Maddon“ und einer Stute namens „Plaudette“ auf der Ranch seines Züchters C. L. „Tess“ Maddon und seiner Frau Cleo Maddon in Albuquerque, New Mexiko, geboren.
„Billy Maddon“ war ein 1944 geborener, sorrelfarbener Hengst, welcher auf Shows in Halterklassen erfolgreich vorgestellt wurde und er war ein ROM sire.
Der Stute „Plaudette“ kam bei dieser Anpaarung, wie so oft in der Pferdezucht, sicherlich die größere Bedeutung zu. Sie war in den Worten des renomierten Pferdezüchters Hank Wiescamp „.. the greatest mare to walk the face of this earth..“ Bei dieser Stute bestand das Problem, dass sie sowohl Quarterhorse- als auch Appaloosa - Merkmale besaß. Für die Züchter von Quarterhorses war sie ein Quarterhorse, für die Züchter von Appaloosas galt sie als ein Appaloosa. Bis heute gibt es namhafte Appaloosa - Züchter, welche die Meinung vertreten, dass bei Gründung der AQHA viele namhafte Pferde in Wirklichkeit einfarbige Appaloosas waren.

Plaudette war eine 1939 geborene, unregistrierte Appaloosa - Tochter des Vollbluthengstes “King Plaudit”, einem “Stakes Gewinner“ (Pferderennen, bei denen der Siegespreis aus der Summe aller Einsätze besteht). „King Plaudit“ war wiederum ein Sohn des Kentucky Derby Siegers „Plaudit“ (T.B.). Ihre Mutter stammte aus der Zucht des Quarterhorse-Züchters und AQHA Hall of Fame Mitgliedes Coke T. Roberts. Sie war eine Tochter von „Peter McCue“ aus einer von Roberts Appaloosa – Zuchtsstuten, welche auf einen Appaloosa - Hengst namens „The Arab“ zurückging. Nach Angaben von Coke Roberts war der Hengst „The Arab“ das Ergebnis einer Anpaarung aus einem Appaloosa - Hengst im Besitz eines kleinen Zirkus und einer Bob Wade-Stute. Er ließ die Stute 1902 von dem Zirkushengst decken als er noch in Trinidad, Colorado zur Schule ging. Der Zirkus musste den Hengst wohl von Indianern bekommen haben. Es handelte sich dabei um einen kleinen Zirkus, welcher durch den Westen reiste, so durch Colorado, Wyoming, Utah und New Mexiko. Als sie in Trinidad, Colorado überwinterten kam es zur Anpaarung. Auf den Hengst „The Arab“ und dem aus der Anpaarung mit Roberts - Stuten resultierenden Gen-Pool gingen auch andere bedeutende Appaloosa-Pferde hervor, wie Joker B, Norell’s Little Red, Peavy’s Bimbo, Quenta Chief, Wapiti, Dingo Bob II und eine große Zahl von Appaloosa - Stuten. Die meisten trugen das Blut von „Old Fred“ und „Peter McCue“. Der große Vorteil der Roberts Pferde war die Stabilität ihres Gen-Pools. Dieser hatte einen großen Einfluss auf die Zucht aller Westernpferderassen.

Es ist immer wieder interessant, welchen Weg die Appaloosas nach Zerschlagung des Indianerstammes, den Nez Perce nahmen und es war von großem Glück für die Rasse, dass sich namhafte Pferdezüchter wie z. B. Coke Roberts dieser Pferde annahmen und von ihrer Qualität begeistert waren.
Ihrer Abstammung entsprechend gewann „Plaudette“ mehrere Rennen, ihre größte Leistung vollbrachte sie allerdings in der Zucht. Sie brachte 16 Fohlen zur Welt, ihre bedeutendsten waren die Quarterhorse-Stute „Maddons Bright Eyes“ und der Appaloosa-Hengst „Bright Eyes Brother“. An dieser Stelle soll auf die Stute „Maddons Bright Eyes“ näher eingegangen werden, da nur so die Qualität von B.E.B in Bezug auf seine Eigenleistungen und besonders in Bezug auf seine Bedeutung in der Zucht erklärbar ist.
„Maddons Bright Eyes“ war eine der erfolgreichsten Quarterhorse Rennpferde aller Zeiten. Sie wurde 1946 auf der Ranch von C.L. „Tess“ und Cleo Maddon geboren. Ihr Vater war der Quarterhorse Hengst „Gold Mount“, ihre Mutter die Stute „Plaudette“. Sie ging somit väterlicher, wie auch mütterlicherseits auf den Foundation Hengst „Old Fred“ zurück. „Bright Eyes“ war eine braune Stute mit einem blauen Auge, daher stammte der Name „Bright Eyes“. Sie wurde auch als die „Blue-Eyed Queen of Sprint“ bezeichnet. Ihr Erfolg auf der Rennbahn war unvergleichlich: Sie wurde 1949 „ World Champion Quarter Running Horse“; 1949 und 1950 „World Champion Quarter Running Mare“; 1951 „World Co-Champion Quarter Running Horse“ und im gleichen Jahr “World Co-Champion Quarter Running Mare“. „Bright Eyes“ wurde mit einem Race Register of Merit geehrt und auf Grund ihrer Leistungen im März 1997 in die AQHA Hall of Fame aufgenommen. Dieses Beispiel ist auch ein Indiz für die Qualität in der Pferdezucht von C.L. „Tess“ und Cleo Maddon. Sie ist auf den außerordentlichen Gen-Pool im Pedigree dieser Pferde zurückzuführen und somit auch ein Beweis für die Qualität von „Bright Eyes Brother“.

Die ersten acht Jahre im Leben von „Bright Eyes Brother“ waren nicht außergewöhnlich für die damalige Zeit. Er wurde aufgezogen auf der Ranch der Maddon’s und später an einen „calf roper“ namens Wiley Donaldson verkauft. Donaldson zeigte ihn auf verschiedenen Veranstaltungen und ließ ihn auch Rennen laufen, hier wurde er nie besiegt.
Dann wurde auf Grund verschiedener Zufälle die entscheidende Wende im Leben des „Bright Eyes Brother“ eingeleitet. Ein Mann namens Cecil Dobbin aus Colorado Springs in Colorado, einem Auktionator und Pferdeliebhaber, war ein Promotor der Rasse Appaloosa auf allen größeren Shows in den Rocky Mountains. Anfangs der 1950er Jahre hatte er sich ein Pferd namens Chief Crazy Horse C. T-957 und einen Hengst mit Namen McCardo von Dewey Norrel aus Collbran in Colorado gekauft. Mit diesen Pferden war er nicht zufrieden und so suchte er nach einem besseren Hengst, um sich in der Appaloosa-Zucht zu etablieren. Auf seinen Reisen als Auktionator hörte er immer wieder von einem außergewöhnlichen Hengst. Auf einer Pferdeauktion im Jahr 1956 konnte er zufällig eine Erzählung von Hank Wiescamp über dieses Pferd belauschen. Hank wusste wo dieses Pferd zu finden war, wollte aber seinen Standort und den Namen seines Besitzers nicht preisgeben, weil er selbst an diesem Hengst Interesse hatte. Eines Tages erzählte ihm ein Freund, welcher als „steer wrestler“ sein Geld verdiente, von einem großen, gold-dun farbenen Appaloosa-Hengst, welcher im „calf roping“ und im „team roping“ auf Rodeos im Vierländereck Colorado, New Mexico, Arizona und Utah sehr erfolgreich auf großen Shows gezeigt wurde. Der Freund meinte, es wäre ein sehr guter Hengst und das Cecil ihn für $ 300.- kaufen könnte. Damit war Cecil’s Interesse an dem Hengst endgültig geweckt. Er dachte sich: wenn ein Mann wie Hank Wiescamp diesen Hengst haben wollte, dann musste es ein sehr gutes Pferd sein. Da er aber weder den Besitzer, noch den Aufenthaltsort des Hengstes kannte, fuhr er zwei Jahre lang, wenn die Zeit es zuließ, zusammen mit seiner Tochter Deanna umher, immer wieder auf der Suche nach diesem Pferd. Schließlich bat er seinen Freund, den „steer wrestler“, ihm den Namen und den Aufenthaltsort des Pferdes mitzuteilen, wenn er es wieder einmal sehen würde. Nach einiger Zeit bekam er einen Brief von seinem Freund, er hatte die Adresse und den Namen des Besitzers ausfindig gemacht. Es war Wiley Donaldson, welcher den Hengst von C.L. Maddon gekauft hatte. Er arbeitete auf einer Apache – Reservation in der Nähe von Dulce in New Mexiko als Agent. Das Unerfreuliche an dieser Nachricht war, der Hengst stand nicht zum Verkauf und der Preis von $ 300.- war wohl ein Missverständnis!! Cecil besaß $ 10000.- als Sparrücklage, welche er bereit war für den Kauf von Bright Eyes Brother zu opfern. Es kam deswegen zu einer Auseinandersetzung mit seiner Frau Helen Dobbin. Cecil konnte sich durchsetzen und meinte, dass diese Summe für den Besitzer bestimmt interessant wäre. Trotzdem fragte er einen weiteren Freund namens Don Flint, dem Herausgeber der Zeitschrift „Western Horseman“, ob er für weitere $ 10000.- zum Kauf eines Hengstes bürgen könnte. Don entgegnete, für welchen Hengst er diese, zur damaligen Zeit enorme Geldsumme haben wollte. Cecil antwortete „für einen Appaloosa-Hengst“. Don lachte und entgegnete: „alle Appaloosas zusammen sind nicht diese Summe wert – aber wenn Du der Meinung bist, dass er es Wert ist, nimm das Geld“. Schließlich machte sich Cecil im Jahr 1958 mit einer Bürgschaft über $ 20000.- in der Tasche auf den Weg zu diesem Pferd. Er fuhr die Strecke von Colorado Springs in Colorado nach Dulce in New Mexiko mit einem oben offenen Zwei-Pferdehänger, also nicht zu vergleichen mit den heutigen Alu - Trailern. Wenn man bedenkt, dass er zu diesem Zeitpunkt noch kein Bild von dem Pferd gesehen hatte und nur über die Beschreibung seines Freundes dem „steer wrestler“ verfügte, war dies zu dieser Zeit ein großes Wagnis. Es zeigt aber auch, zu welchen Aktionen wirkliche Pferdeliebhaber fähig sind, auch wenn es Außenstehenden völlig unsinnig erscheint.  Cecil erreichte schließlich die Indianerreservation und nach einigen Auseinandersetzungen mit verschiedenen Indianern endlich auch das Zuhause des Agenten. Aber – es war niemand zu Hause. Cecil ging durch die Stallungen und Ausläufe auf der Suche nach dem Hengst und fand schließlich das Pferd, nachdem er solange gesucht hatte, in einem der Ausläufe. Man kann sich als Pferdeliebhaber die Gefühle eines Mannes wie Cecil Dobbin in diesem Moment vorstellen, als er endlich vor dem Pferd seiner Träume stand!! Er schrieb später begeistert in der im Anhang zitierten Veröffentlichung, dass er bei diesem Pferd keinen einzigen Punkt fand, den man hätte verbessern können. Ein wenig später kam der Agent und Besitzer des Hengstes Wiley, nach Hause. Wiley meinte: „der Hengst steht nicht zum Verkauf, er ist auch das Lieblingspferd meiner Frau und meiner Tochter“. Cecil gab nicht nach, wenn er als Auktionator etwas konnte, dann war es Verhandlungen führen beim Pferdekauf. Die Verhandlungen dauerten bis um drei Uhr am nächsten Morgen, dann war “Bright Eyes Brother“ Eigentum von Cecil Dobbin.  Einige Tage, nachdem Cecil und sein „Brother“, wie er ihn liebevoll nannte, wieder zu Hause waren, kam Hank Wiescamp, welcher wie oben erwähnt, ebenfalls ein Interesse an „Brother“ hatte und ein Freund von Cecil Dobbin war, auf dessen Anwesen vorbei mit der Begründung, er wolle sich einige Appaloosas anzuschauen. Hank war nicht nur ein renommierter Quarterhorse Züchter sondern auch ein sehr erfolgreicher Züchter von Appaloosas. Der von ihm gezüchtete Hengst „Prince Plaudit“ wurde 1988 und Hank Wiescamp selbst 1993 in die Hall of Fame des ApHC aufgenommen. Hank schaute sich die Pferde von Cecil an, also auch „Brother“ ohne ein Wort zu sagen. Am Ende des Rundgangs warf er noch einen Blick auf den zweiten Hengst im Besitz von Cecil, den oben erwähnten McCardo. Hank meinte, dass dieser wohl das beste Pferd in seinem Besitz wäre, er ihm dies aber nicht abkaufen wollte und fragte Cecil, ob er ihm nicht den Dun farbenen Hengst (Brother) verkaufen wolle. Cecil wusste vom großen Interesse Hanks für diesen Hengst und durchschaute die arglistige Täuschung. Er meinte, „Brother“ steht nicht zum Verkauf und man konnte sich nicht einigen. Cecil wollte später einmal eine Partnerschaft mit Hank eingehen, denn Cecil hatte den Hengst und Hank die passenden Stuten. Aus dem Vorhaben wurde aber nichts. Den Plan realisierten Jahre später Dave und Kim Utke, Besitzer der berühmten Sheldak Ranch (ND) in ihrem Zuchtprogramm. Die Erfolge gaben ihnen recht. Ihre Pferde sind mehrfach Bright Eyes Brother und Skipper W gezogen. Für ihre Verdienste in der Zucht erstklassiger Appaloosa - Pferde, wurden sie 2019 in die Hall of Fame des ApHC aufgenommen. Dies ist ein Beispiel für die erfolgreiche Vererbung beider Zuchtlinien über viele Pferdegenerationen, der von Bright Eyes Brother und der von Skipper W.

Bright Eyes Brother war ein für Appaloosa - Verhältnisse mächtiges Pferd. Er hatte, in Show - Kondition, ein Stockmaß von 155 cm und ein Gewicht von ca. 630 kg. Bis zu seinem Kauf durch Cecil Dobbin wurde er „Frosty“ genannt, ein Name welcher Cecil nicht gefiel. Er fragte einen Freund namens Dick Spencer, welcher mit seiner Frau bei ihm vorbei kam, um Cecil’s Neuerwerbung zu begutachten, wie er ihn wohl nennen sollte. Dick meinte, da er ein Halbbruder der berühmten Rennstute „Bright Eyes“ wäre, sollte er ihn „Bright Eyes Brother“ nennen. So bekam „Brother“ seinen Namen. Nun begann ein neuer Abschnitt im Leben eines der berühmtesten Appaloosa - Hengste. Cecil veröffentlichte einen Artikel über den Hengst in der Zeitschrift „Western Horseman“. Er schrieb, dass er sich sicher ist, dass sein „Brother“ für die Appaloosa – Zucht die Bedeutung haben würde, wie „Bright Eyes“ für die Zucht von Quarter - Horses. Bevor er ihn einer breiten Öffentlichkeit vorstellen wollte, begann er den Hengst zu konditionieren. Anschließend fuhren die beiden auf eine der größten und prestigeträchtigsten Shows der damaligen Zeit, der „National Western Livestock Show“ in Denver, Colorado. „Brother“ wurde auf Anhieb „Champion Aged Stallion“ und „Grand Champion Stallion“. Der nächste Auftritt von „Brother“ und Cecil war die vierte „Annual Appaloosa Show“ welche im Rahmen der „San Antonio International Livestock Exposition“ in San Antonio, Texas stattfand. Auch hier wurde er „Champion Aged Stallion“ sowie „Grand Champion Stallion“. Er besiegte namhafte Hengste wie „Joker B“, „Rustler Bill“, Navajo Britches, „Cooterville Echohawk“, „Quavo B“, und „Vanguard D“. Wie Helen Dobbin berichtet, hatte Cecil auf dieser Show ein großes Schild mit dem Pedigree an der Box von „Brother“ angebracht. Es bildete sich eine Menschentraube von eingefleischten Quarterhorse Züchtern, um die Box mit dem Schild. Sie alle glaubten nicht, dass „Bright Eyes“ und „Bright Eyes Brother“ Nachzucht der gleichen Stute, nämlich „Plaudette“ sein könnten. Es wurden sogar Fachleute der AQHA konsolidiert um die Echtheit der Abstammung zu überprüfen. Zur Enttäuschung vieler konnte nichts bemängelt werden. Wieder zurück von der Show wurde „Brother“ für die Zuchtsaison 1959 fertig gemacht. Wiley Donaldson hatte ihn nicht wirklich als Zuchthengst eingesetzt. Bei ihm hatte er nur 5 registrierte Appaloosafohlen gezeugt, mehr oder weniger zufällig, wenn auf den Rodeos jemand „Brother“ für seine Stute haben wollte. Bei Cecil hatte „Brother“ schon 1959, also im ersten Jahr als Deckhengst, 18 Fohlen gezeugt, darunter Pferde wie „Mighty Bright“, „Bright Banner“, „Bright Charmer“ und „Bright Robin“, um nur die Wichtigsten zu nennen. Über „Mighty Bright“ wird in einem gesonderten Artikel berichtet, er ist aus der Stute „Peggy’s Delight“ und wurde von Lane Hudson gezüchtet. Beide, Mighty und Lane wurden 1988 in die Hall of Fame des ApHC aufgenommen.

Nachdem die Zuchtsaison 1959 zu Ende war, wurde „Brother“ für die Showsaison 1960 fertig gemacht. Im Januar 1960 wurde er erneut auf der „National Western Livestock Show“ vorgestellt. Er wurde zum zweiten Mal in Folge „Champion Aged Stallion“ und „Grand Champion Stallion“. Im zweiten Zuchtjahr bei Cecil Dobbin zeugte „Brother“ 20 Fohlen, darunter „Bright Delight“, „Bright Doll“, „Bright Glow“, „Bright Chip“ und „Bright Luster“. „Bright Delight“, eine Vollschwester zu „Mighty Bright“ wurde ebenfalls von Lane Hudson gezüchtet. Sie wurde im Jahr 1963 „Champion 2-year-Old Mare“ und „Grand Champion Mare“ auf der National Show in Boise, Idaho. Später wurde sie zu einer der besten Zuchtstuten in der Appaloosa – Zucht.

„Bright Doll“, eine 1961 geborene Stute aus der „Chipeta Doll“ wurde von Jim Wild aus Sarcoxie in Missouri gezüchtet. Sie wurde zu einem sehr erfolgreichen Halter – und Western Pleasure Pferd, sowie zur „Champion Produce of Dam“ auf der 1978 „National Show“ in Billings, Montana und auf der „World Championship Show“ in Oklahoma City.
Ein ebenfalls von Jim Wild gezüchteter Hengst aus dem Jahrgang 1961, „Bright Chip“, aus der „Chipeta A.“, wurde an Eugene und Doris Sharp aus Morgan Hills in Kalifornien verkauft. Er wurde zu einem „all-time leading sire“ und 1991 in die Hall of Fame des ApHC aufgenommen. „Bright Glow“ war ein Hengst aus der „Star Dream“, gezüchtet von Cecil Dobbin. Er wurde „Grand Champion Stallion“ auf der „National Western“ von 1965. „Bright Luster“, eine ebenfalls 1961 geborene Stute aus der „Lady Senator“ wurde ebenfalls von Cecil gezüchtet und anschließend an Martin Abrahamsen aus Aurora in Colorado verkauft. Sie wurde zu einer der führenden Zuchtstuten und Mutter von Pferden wie „Dial Bright Too“ einem „all-time leading sire“, sowie von „My Host Bright“, einer top Rennstute. „Dial Bright Too“ wiederum war der Sire von „The Executive“ welcher 1993 in die Hall of Fame des ApHC aufgenommen wurde. Dies ist ein Beispiel, welches zeigt, wie die „Bright Eyes Brother“ – Linie, Champions auch in nachfolgenden Generationen hervorbrachte.
In der dritten Generation wurden 19 Fohlen in Colorado geboren. Darunter Pferde wie “Bright Cash”, ein Wallach aus der Stute “Puss”. Er wurde Grand Champion Gelding auf der „National Show“ 1967.

In den Anfangsjahren als Deckhengst im Besitz von Cecil Dobbin wurden viele Fohlen geboren, welche später zu namhaften Pferden in der Rasse Appaloosa wurden, wie „Bright Mist“, „Bright Esta“, Bright Charmer“, „Bright Plaudette“, „Carey’s Bright Eyes“, „Bright Streak“, „Bright Scout“, „Bright Fan“, „Star Bright“ und „Bright Rose“.
Als erfolgreicher Auktionator wollte Cecil nun zeigen, wie man eine Zucht auch erfolgreich promotet. Auf einer Verkaufsschau im Jahr 1962 in Elbert, Colorado wurde „Bright Banner“ mit einem Höchstgebot von $ 21000.- verkauft, eine zur damaligen Zeit ernorme Geldsumme. Über diese Auktion wurde in Zeitschriften wie der „Western Horseman“ und der „Appaloosa News“ berichtet.

Der Traum von Cecil Dobbin hatte sich erfüllt. Die Erfolge seines „Brother“ hatte ihm eine dauerhafte Erinnerung in der Pferdewelt gesichert. Cecil Dobbin wurde in die „Equine Hall of Fame“ aufgenommen. In seinem Artikel in der Zeitschrift „Appaloosa World“ schrieb Cecil: “A sire is a prepotent horse that transmits his characteristics through generation after generation. Bright Eyes Brother was a sire. No brag – just fact”. In einem Zeitraum von 1963 bis 1974 zeugte „Bright Eyes Brother“ weitere zahlreiche Champions, wie 1963 die Stute „Bright Starlette“, eine Top Zuchtstute, welche 1990 in die Hall of Fame des ApHC aufgenommen wurde. Sie zeugte „Skip Bright“, „Skip’s Brightette“, beide „National Champions“ sowie die Hall of Fame Stute „Skip The Color“. Auch hier wieder Beispiele für den Erfolg dieser Blutlinie, basierend auf dem soliden Gen-Pool der Roberts Pferde.
Die Zahl aller Champions, welche „Bright Eyes Brother“ hervorbrachte, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Zwei weitere Hengst sollen aber hier erwähnt werden: „Bright Tribute“ und sein Bruder „Bright Reflection“.  „Tribute“, ein 1971 geborener Hengst aus der „McCardo’s Willie Reese“ entwickelte sich zu einem der „Top Halter Horses“, er wurde „Champion 2-year-old Stallion“ und „Grand Champion Stallion“ auf der „National Show“ von 1973, sowie „Champion Aged Stallion“ und „Grand Champion Stallion“ auf der „National Show“ von 1975. Sein Vollbruder „Reflection“ wurde „Champion 2-year-Old Stallion“ und „Reserve Grand Champion Stallion“ auf der „National Show“ 1977 in Syracuse, New York. Im Folgejahr wurde der Hengst “Champion 3-year Old Stallion” auf der “World Championship Show” in Oklahoma City. Im Jahr 1976 kam Cecil zu der Überzeugung, dass die strengen Winter in Colorado zu anstrengend für den inzwischen 26 Jahre alten “Brother” waren. Aus diesem Grund wurde er in einem Leasingabkommen zu einer Familie Feuerstein in Kalifornien mit einem milderen Klima gebracht.  „Bright Eyes Brother“ beendete seine Kariere als Zuchthengst 1976. Er verbrachte seine letzen Jahre im milden Klima Kaliforniens und starb 1979 im Alter von 29 Jahren. „In diamonds, it’s Tiffany’s….In Appaloosas, it’s Bright Eyes Brother“, mit diesem Satz charakterisierte Cecil seinen “Brother”. Besser kann man das Verhältnis zwischen Cecil Dobbin und seinem Pferd “Bright Eyes Brother” wohl nicht beschreiben. Beide, Cecil und „Brother“ wurden auf Grund ihrer Verdienste für die Appaloosa – Zucht 1988 in die Hall of Fame des ApHC aufgenommen.


Literatur:
Cecil Dobbin, „Bright Eyes Brother“, Appaloosa World, Juni 1987, pp. 32 – 42.
Frank Holmes, “Maddon’s Bright Eyes”; In: “Legends”, Western Horseman Inc., Vol. 3,1997, pp. 40 – 51.
Frank Holmes, “Bright Eyes Brother”, In: “Spotted Pride”, Loft Enterprises, LLC, 2003, pp. 208 – 221.
Jan Haddle, “The Complete Book of the Appaloosa”, Chapter 12, “Coke T. Roberts”, 1975, pp. 268 – 310.

Text: Peter Schaufuß

Dreamfinder

Dreamfinder

Wer kennt diesen Namen nicht?!: „Dreamfinder“

Quelle: www.allbreedpedigree.com

Dreamfinders Geschichte zeigt, wie Erfolg Fluch und Segen zugleich sein kann.

Bei kaum einem anderen Vererber der Appaloosa-Zucht geraten Kenner so ins Schwärmen wie bei diesem Hengst. Er wurde u.a. bezeichnet als die Essenz der Appaloosa-Zucht, als Jahrhunderthengst, als Eye-Catcher und Herzensdieb – ohne Zweifel ein Appaloosa wie aus dem Bilderbuch, der entscheidende Einflüsse auf die amerikanische, kanadische und europäische Zucht hatte.

Dreamfinder erblickte am 18. März 1984 auf der Kennard-Farm in Oklahoma-City das Licht der Welt. Gezogen über Alias King und Aztecs Francy Frani, eine Quarterhorse-Stute, stellte sich zunächst die entscheidende Frage, ob er seine braune Grundfarbe behalten würde, da sein Vater, Alias King Träger des Grey Faktor war. Der Grey Faktor bewirkt, dass auch die buntesten Fohlen in einem unbestimmten Zeitraum zu Schimmeln werden. Allerdings blieb Dreamfinder von dieser Erbanlage verschont.

Bereits im Jahr seiner Geburt absolvierte der kleine Herzensbrecher 13 (!) Shows und errang in seiner Altersklasse dabei in allen den Sieg, auf der National Show wurde er dann 4. und auf der World Show reichte es leider nur zu einem 5. Platz. Aber im darauffolgenden Jahr als Jährling sorgte er für Sensationen anlässlich der National Appaloosa Horse Show in Newmexiko. Er wurde nicht nur National Champion Yearling Stallion sondern auch National Grand Champion Stallion und das gegen allerstärkste Konkurrenz in Form des Hengstes James Bond, einem bedeutenden Goer-Nachkommen. Damit avancierte Dreamfinder zum jünsten National Grand Champion Stallion aller Zeiten! Im gleichen Jahr errang er auch den Grand Champion Titel auf der World Show.

Doch bereits mit diesem Ruhm und Erfolg trat das ein, was ich zu Beginn als Fluch und Segen bezeichnet habe.
Der Besitzer des Vaters von Dreamfinder, Alias King, war Herman Kennard, der Vater von Rex Kennard, dem Besitzer von Dreamfinder.
Alias King war bisher trotz seines Greying-Faktors immer enorm gefragt bei den Stutenbesitzern, die nun aber immer mehr zum Sohn tendierten und so Konflikte zwischen Vater und Sohn Kennard entstanden, die nachhaltig nur dadurch gelöst werden konnten, dass Rex Kennard sich entschloss, Dreamfinder zu verkaufen, um sich mit einer eigenen Farm selbstständig machen zu können.

Die Entscheidung den Hengst zum Verkauf anzubieten, war die „härteste Entscheidung seines Lebens“ wie Rex Kennard später einmal sagte.
Aber hier begann bereits das, was man in Amerika als Horse Business beschreibt. Dreamfinder konnte sich im Alter von 4 Jahren als jüngster Vererber aller Zeiten in der Spitzengruppe der Sires List des AphC etablieren, dank hervorragender Fohlenjahrgänge. Die Kaufinteressenten standen daher Schlange für ihn!
Für (unbestätigte) 400.000,- Dollar wechselte der Hengst den Besitzer und kam zu Bill Laurie. Bill Laurie war verheiratet mit einer reichen Wall-Mart-Erbin und bereits im Besitz von Impressiv Andrew. Dreamfinder war gedacht, die Farbproduktions-Rate mit den einfarbigen Impressiv-Töchtern zu erhöhen.
Leider blieb der Hengst noch keine 3 Jahre bei Lauries in Missouri. Nach heftigen juristischen Auseinandersetzungen kam der Hengst zu Susan Kern aus Pilot Point, Texas.
Aber auch bei Susan Kern blieb er nur ein Jahr und wechselte 1994 wieder den Besitzer. Seine neuen Eigentümer waren die Familie Perry aus Florida.
Und wenn sich 1997 für die Angebotssumme von geforderten 750.000,- Dollar ein Käufer gefunden hätte, wäre Dreamfinder wieder weiterverkauft worden. So aber landete der nicht mehr benötigte Hengst bei Doug Schembri für zwei Jahre. Als immer noch kein Käufer gefunden war, kam er wieder zurück zu den Perrys wo er fortan über Versandsperma angeboten wurde.

Nach seinem Tod in 2002 wurden posthum noch Fohlen eingetragen, dem Gefiersperma sei Dank!

Die Erfolge seiner Nachkommen aufzuzählen, würde hier den Rahmen sprengen! Ich verweise daher auf die Publikationen im Deutschen von Herrn Hans-Wolfgang Lesch für die WesternHorse und die appaloosaterritory.com. Auch in Europa und speziell in Deutschland hat er die Appaloosa-Zucht entscheidend mitgeprägt – aber nicht nur durch Hengstlinien sondern in Form von hervorragenden Stuten- und Mutterlinien! Bestes Beispiel hierfür ist Dream A Lil Bit. Nicht ungenannt bleiben dürfen natürlich ihr Sohn Hawks Dreamfinder, dann Brightest Dream, Vision of a Dream, Cause for Comotion, Classic Star, The Convincing Dream, Dream Cowboys u.v.m.

Dieser herausragende Ausnahmehengst wurde leider wie Herr Lesch auch in der Serie über seine Nachkommen schreibt, zu einer Handelsware und bestimmt durch das große Geld. Nichts desto trotz geht auch heute noch ein unbeschreiblicher Zauber von ihm aus, wenn man sich seine Fotos anschaut: Wie es Rex Kennard, sein erster und für mich wahrer Mensch formuliert hat „ The Magic of Dreamfinder“!

Text: Sandra Platz-Schomisch
Dial Bright Three – alias: The Executive

Dial Bright Three – alias: The Executive

The Executive
183779
Foaled 1973
Sire of 301 registered foals

Sire: Dial Bright Too 107308
Dam: Dial Right Time B110067

Bred by CT Hall, Colorado
1994 ApHC Hall of Fame

 

Quelle: www.allbreedpedigree.com

Betsy Groner verglich die Geschichte von The Executive in ihrem Artikel für die Januar-Ausgabe der Appaloosa World 1983 mit dem Kindermärchen vom 'Hässlichen Entlein'.

Dial Bright Three, wie The Executive zunächst getauft wurde, erblickte 1973 in Kersey, Colorado das Licht der Welt. Sein Züchter war Chuck Hall. Und obwohl er nach seinem Pedigree keine Wünsche offen ließ, verkaufte ihn Hall im Alter von 5 Monaten zusammen mit seiner Mutter Dial Right Time an Monte Heinrich. Damals sagte sein neuer Eigentümer noch über ihn, dass er sei so ein hübsches Fohlen gewesen, wie man es sich nur vorstellen konnte. Allerdings veränderte er sich als Jährling dann zu besagtem häßlichen Entlein und so verkaufte ihn Heinrich nach 8 oder 9 Monaten weiter an Bart Stevenson, obwohl er es hätte besser wissen sollen! Es ist eine alte Weisheit, dass schöne Fohlen als Jährlinge (manche auch noch 2-jährig) oft grottenhäßlich sind, um sich dann als Jungpferd zu einem wunderschönen Schwahn zu entwickeln. Den Überlieferungen nach, muss er in diesem Stadium seiner Entwicklung wirklich alles andere als vorteilhaft gewirkt haben. Aber Stevenson wusste dies im Fall von Dial Bright Three richtig einzuschätzen, da er ihn als Fohlen bereits gesehen hatte. Zum Erwerb von The Executive sagte er später einmal, dass er der Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort war... Eigentlich wollte ihn Stevenson auch behalten.

Lew Eklund war damals auf der Suche nach einem geeigneten Hengst für sein Vorhaben. Und in Dial Bright Three fand er diesen – jedoch stand der Hengst zunächst nicht zum Verkauf. Als er dann aber doch angeboten wurde, machten sich Eklund und George Minic, der in später trainierte, direkt auf den Weg um ihn in Augenschein zu nehmen. Er muss damals ein ganz schönes 'Fell-Pony' gewesen sein. Aber das änderte nichts an der Tatsache, dass der erfahrene Pferdemensch Minic innerhalb von wenigen Minuten erkannte, dass er eines der wenigen ganz außergewöhnlichen Pferde vor sich hatte, die man in seinem Leben nur einmal trifft und dass dies das richtige Pferd für Eklund sein würde. So wechselte der Hengst abermals den Besitzer – sozusagen der 3. Besitzerwechsel bevor er zwei Jahre alt war!

Er vollzog aber nicht nur den Besitzer- und Ortswechsel, sondern erfuhr auch eine Namensänderung. Er sollte einen eigenen unverkennbaren Namen erhalten und nicht einfach nur der 'Dritte' sein. Sein Besitzer Eklund fuhr damals ein 'Executive'-Wohnmobil, welches zum Namensgeber für The Executive wurde.
Die vielen Wechsel, die er durchmachte, bedingten, dass mit dem jungen The Executive bis dato noch nicht viel gearbeitet war. Und so machte sich Minic daran ihn zunächst für die Halterklassen vorzubereiten und dann auch vorzustellen. Bereits 2 jährig konnte er direkt große Erfolge verbuchen. 'Mervin', wie er fortan liebevoll genannt wurde, war stets leicht zu händeln, zu arbeiten und zu showen – und das einfach überall, sagte Minic später über ihn.

Nachdem er in den Halterklassen so viele Erfolge feiern konnte und auch Halter High Point Horse war, entschied Eklund, dass der Hengst fortan nicht mehr in Halter geshowt werden sollte – die Zeit war reif für die Performance-Klassen. Auch dafür schien dieser Ausnahmehengst eine natürliche Begabung zu haben! Obwohl seine Show-Vorbereitung und sein -einsatz durch die Decksaison etwas eingeschränkt war, so war er dennoch in Pleasure und Reining-Klassen unbesiegt! Man erweiterte seine Disziplinen um Trail und Cutting und auch dafür schien er ein Händchen zu haben! Alles in Allem war er ein Allrounder erster Güte! – es gab eigentlich keine Westerndisziplin, in der er nicht glänzen konnte! Darüber hinaus sogar in Side-Saddle-Disziplinen und Springprüfungen! Sein Einsatz in der Zucht wurde ebenfalls ein Riesen-Erfolg – den Eklund vielleicht auch Cecil Dobbins, dem Eigentümer von The Executives Großvater, Bright Eyes Brother, zu verdanken hatte: Er handelte bei der Auswahl der Anpaarungen seines Hengstes nach dessen Leitsatz: „always breed like to like to get like“ - was man sinngemäß übersetzen kann mit „züchte immer etwas Gleiches, um etwas Ähnliches zu bekommen“. Er sagte zu Eklund: Schließ die Bücher und schau auf die Qualität... – und das gab ihnen Recht! Das erklärt z.B. auch, warum zwei Stuten, die ausschließlich mit The Executive angepaart wurden, in die Hall of Fame aufgenommen wurden! „Spanish Viento“ war die Mutter von 6 Medaillen-Fohlen und „Miss Apache“ von 5 Medaillen-Fohlen! Allesamt Mervin-Fohlen! Insgesamt produzierte The Executive 297 Fohlen und wurde 1994 in die Hall of Fame aufgenommen. (Die Erfolge seiner Nachkommenschaft und Vieles mehr kann man nachgelesen unter appaloosaterritory.com)

Und was dann noch das Sahnehäubchen für einen Top-Vererber der Appaloosa-Zucht ausgemacht hat: Er vererbte nicht nur seine Qualität an seine Fohlen – er vererbte auch Farbe! 85% seiner Fohlen waren bunt! Es kam sogar häufig vor, dass einfarbig geborene Fohlen in späteren Lebensjahren noch richtig bunt wurden! Daher waren nicht nur seine charakteristischen Fohlen heiß begehrt, sondern auch die Einfarbigen! Eklund sagte einmal scherzhaft: Mit einem Vererber dieser Linie hast Du ausgesorgt für's Leben In diesem Zusammenhang möchte ich es nicht unerwähnt lassen, dass The Executive auch in Deutschland seine Spuren hinterlassen und nicht nur für tolle Nachkommen gesorgt hat, sondern sich auch hier in Form von erfolgreichen Linien verewigt hat und weiterlebt! Wie z.B. über seinen Enkel „Executive Origin“ (von Ten-X) und dessen Sohn „Origin Doc Holliwood“, der im Moment noch als einziger ausländischer Hengst in der Liste des ApHC unter den 60 besten Vererbern der „GREATEST STALLIONS USA“ zu finden ist!

Ich denke, daran ist gut zu erkennen, dass sich die Appaloosa-Zucht auch in Deutschland sehr stark weiterentwickelt hat und die Früchte dieser Anstrengungen sowohl in züchterischer als auch in sportlicher Hinsicht mittlerweile zu einer ernstzunehmenden internationalen Konkurrenz herangereift sind!

Text: Sandra Platz-Schomisch

 

Goer

Goer

Quelle: www.allbreedpedigree.com

Mit 703 Fohlen steht Goer immer noch an der Spitze der produzierten Nachkommen – dies ist jedoch auch das Produkt aus Hartnäckigkeit, harter Arbeit und guter Promotion. Herr Hans-Wolfgang Lesch hat dies in seinem Artikel über Goer für das „Western Pferde Journal“ sehr gut dargestellt und erklärt.
Die Geschichte von Goer beginnt eigentlich schon mit der Geschichte seines Vaters, Go Bay Go. (Diese Geschichte wird ausführlich erzählt in „Builders of the Breed I: Go Bay Go“). Ron Kavanagh glaubte an diesen Hengst und baute ihn durch sein kaufmännisches Geschick zum Deckhengst auf, indem er ihn interessierten Züchtern eine Decksaison kostenlos anbot! Zum anderen kaufte er hochklassige Stuten, um sie von Go Bay Go belegen zu lassen. Eine dieser Stuten war eine Quarterhorse Stute namens Miss Bar Heels (geht väterlicherseits auf Three Bars zurück), mit der der Hengst insgesamt 12 Fohlen, darunter auch mehrere Champions produzierte. Eine Schwester von Goer war übrigens die Stute „Goin To Flame“ - die Mutter von „Ten X“!

Goer wurde am 13. April 1973 geboren. Er war gerade drei Wochen alt, als das eintrat, was ich immer als „a kind of magic“ bezeichne: Der Kaufmann Tom Simmons, der bis dahin nicht die geringste Beziehung zu Pferden gehabt hat, hatte geschäftlich mit Ron Kavanagh zu tun und sah das Hengstfohlen mit seiner Mutter auf der Koppel - und es war um ihn geschehen! Er setzte alles daran, Goer zu erwerben. Aber erst seine Zusage an Kavanagh, den Hengst von einem erfahrenen Trainer showen zu lassen, führte letztendlich zum Erwerb.Und so kam Goer zunächst zu George Minic (-ebenfalls auch einer der Trainer von 'The Executive')! Bereits als Jährling erzielte er große Erfolge. Danach wechselte er in die Hände von Ted Turner, bei dem er bis zur dritten Showsaison blieb und u.a. nicht nur die 'Big Three', Fort Worth, San Antonio und Housten Livestock Shows gewann sondern auch viele andere Shows von Virginia bis Kalifornien.

Danach richtete sein Besitzer, Tom Simmons quasi sein ganzes Leben auf den Hengst neu aus. Zusammen mit seinem alten Freund Dick Kennedy, der das fachliche Knowhow mitbrachte, kaufte er eine Breeding Ranch, die 'Simmons Kennedy Ranches' in Tracy, Kalifornien. Goer erhielt ein angemessenes Refugium und ein Stall mit 30 Boxen wurde zueinem 'Mare Motel' ausgebaut. Simmons gab seinen bisherigen Job auf und kümmerte sich als Manager um Promotion und Vermarktung. Außerdem und das war natürlich gerade im Hinblick auf die Vielzahl der Nachkommen ein äußerst cleverer Schachzug, ließer sich an der Colorado State University u.a. auch in künstlicher Besamung ausbilden!Es wurde also alle Voraussetzungen geschaffen, um Goer als Deckhengst erfolgreich zu etablieren.Bereits in den ersten Fohlenjahrgängen dominierten die Goer-Nachkommen so gut wie jede Show. Von 1976 bis 1986 zeigte sich, wie Herr Lesch schreibt, eine fast unglaubliche Kontinuität und hohe Qualität in der Nachzucht des Hengstes, die diesen zur Dauer-Nummer-Eins der Leading Sires List werden ließen.Allerdings kam es in 1987 leider zum Zerwürfnis zwischen Simmons und Kennedy und derHengst trat seine Reise zu Jim und Karol Nylund an den Rand der Rocky Mountains an. Dort wurden ihm für die nächsten 4 Jahre hauptsächlich Nylund-Stuten zugeführt – aber erstand auch nach wie vor Züchtern aus ganz USA zur Verfügung, die seine Qualität in Bezug auf herausragende Fohlen weiterhin zu schätzen wussten. So geschah es, dass James O'Leary, ein Züchter, der für seine Stuten immer wieder auf Goer zurückgriff, Simmons und die Nylunds überzeugen konnte, ihm den Hengst leihweisezu überlassen, damit er in Illinois, wo O'Leary beheimatet war, einem größeren Kreis an Züchtern zur Verfügung gestellt werden konnte. O'Leary war es auch, der Goers Nachzucht intensiv showte und das wurde promt belohnt, so dass Goer wieder in den Mittelpunkt eines erneut wachsenden Interesses gerückt wurde, weil auf einmal wieder sehr viele Goer-Nachkommen in den Siegeslisten zu finden waren.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass Goers Erfolg in Amerika durch seine Söhne (z.B. Two Eyed Goer WN, Ready Set Go RR, Rev'n To Go, Goers Revange, James Bond, Go to Impress, Goin For Approval u.v.a.) begründet war, wenngleich er den Grundstock für sehr gute Stutenstämme gelegt hat, die hauptsächlich dann u.a. in Europa für gute Goer-Nachkommen in den Mutterlinien gesorgt haben.Natürlich kennt man auch in Deutschland Namen wie I'm a Goer, Native Goer, Goers Prince Rugen, aber auch Hengste wie Roman Slider oder Zips Mighty Slider, die alle auf Goer in direkter oder indirekter Abstammung zurückgehen.Fakt ist, dass Goer prägend war sowohl in der Produktion von Halter- als auch Performance Pferden! Letzteres sorgte dafür, dass ihm posthum auch der „Performance Sire Award“ verliehen wurde.

Goer ist in der Appaloosa-Zucht das, was man als einen echten „Stempelhengst“ bezeichnet – und damit geht er in die Geschichte ein. Eine Geschichte die zeigt, wie Herr Lesch treffend formuliert hat, dass es sich in besonderem Maße bezahlt gemacht hat, dass ein Mensch hartnäckig an sein Pferd geglaubt hat!

Text: Sandra Platz-Schomisch
Ima Doc O'Lena

Ima Doc O'Lena

...wie ich Euch gestern schon angekündigt habe, bin ich bei meinem Streifzug zu den Ursprüngen unserer heutigen deutschen Appaloosa-Zucht auch immer wieder auf einen Namen gestoßen: „Ima Doc O'lena“

Unser lieber Peter Schaufuss (vielen herzlichen Dank für Deine Mühe!) hat folgendes geschrieben:

Ima Doc O'Lena (ApHC) war einer der wirklich großen Vererber von Appaloosa-Leistungspferden. Auch bei diesem Pferd zeigt sich, dass herausragende Pferde nicht nur über eine außergewöhnliche Eigenleistung verfügen, sondern ihre Qualitäten auch an ihre Nachzucht weitergeben.„Ima Doc“ hat die Zucht von Appaloosa Cutting-Pferden revolutioniert.

Gezüchtet wurde der Hengst von Jimmie Miller Smith und ihrem Vater Jimmie D. Miller auf ihrer Ranch in Gary, Oklahoma. Beide waren für ihre Zucht von außergewöhnlichen Appaloosa-Pferden berühmt. Ihre Leidenschaft gehörte den Cutting-Pferden. So lag es nahe, dass sie eine ihrer Stuten, Wa Jo’s Freckles (ApHC) zu dem damals schon berühmten Cutting - Vererber Doc O’Lena (AQHA) brachten mit dem Ziel, die Zucht von Appaloosa Cutting-Pferden zu verbessern.

Hierbei darf nicht unerwähnt bleiben, dass auch die Stute Wa Jo’s Freckles über ein hervorragendes „Hall of Fame“ Pedigree verfügte. Namen wie Joker B, Wapiti und Mansfield Comanche sprechen für sich. Alles Hengste, welche nicht nur über eine außergewöhnliche Eigenleistung verfügten, sondern ihre Qualität auch an ihre Nachzucht weitergaben. Dies zeigt sich im hervorragenden Performance Rekord dieser Stute, unter anderem wurde sie 1983 Appaloosa Reserve World Champion im Senior Cutting. „Ima Doc“ wurde von dem Sohn von Jimmie Miller Smith, Jimmie Jack eingeritten. Die Familie war begeistert, „Ima Doc“ zeigte seine katzenhaften Bewegungen, er schwebte über den Boden. Sein Show-Rekord im Cutting ist unvergleichlich: 1983 wurde er Appaloosa World Champion im Junior Cutting und 1984 World Champion im Senior Cutting. Auch auf NCHA Turnieren zeigte er seine außergewöhnliche Begabung, 1983 gewann er das Derby der Pacific Coast Cutting Horse Association und war Semifinalist der NCHA Super Stakes in Forth Worth, Texas.

Unter seiner hervorragenden Nachzucht soll hier der nach Deutschland importierte Hengst Ima Dazzelena im Besitz von Martin Seelos erwähnt werden. Unter seinem Trainer Bernie Hoeltzel konnte er auf NRHA Turnieren zahlreiche Siege erringen, der Hengst wurde vom ApHCG gekört, leistungsgeprüft und mit dem Titel Supreme Champion geehrt. Leider ging er in diesem Jahr über die Regenbogenbrücke.

Unter den Züchtern von Appaloosa Reining-Pferden gilt die Kombination von Ima Doc O'Lena x High Sign Nugget als „Golden Cross“ was zahlreiche Nachzucht auch in Deutschland beweist.

Ima Doc O'Lena wurde auf Grund seiner außergewöhnlichen Leistungen 1996 in die Hall of Fame des ApHC aufgenommen. Einen ausführlichen Artikel von Diane Rice mit dem Titel „A cut above“ findet man im Appaloosa Journal, 12/1999, Vol 53, No 12, pp. 18 – 23.

Text: Peter Schaufuß
Jokers Cedar Autumn

Jokers Cedar Autumn

Bild aus dem Buch von Jean-Claude Dysli „His way of life“

Quelle: allbreedpedigree.com

Als ich anfing mir Gedanken zu machen und Züchter zu fragen, über welche Hengste wir in der Adventszeit schreiben könnten, habe ich von fast allen „alten Appaloosa-Hasen“ immer wieder gehört: „Den Joker's Cedar Autumn“ musst Du unbedingt mit aufnehmen. Ich dachte mir, das ist bestimmt kein Problem, wenn er einer der ersten Vererber in Deutschland war, wird sich mit Sicherheit einiges im Netz über und zu ihm finden lassen... habe ich auch nur gedacht!

Zunächst habe ich mir sein Pedigree aufgerufen und bin dann auf „Photos“ gegangen – upps, kein Foto eingestellt! Kein Thema dachte ich, das World Wide Web hat bestimmt was!

Ja, hat es auch! Aber nicht in der Form, wie ich mir das vorgestellt hätte:

Nun gut, wir reden von Mitte der 70-iger Jahre. Damals wurde noch „richtig fotografiert“ - aber dass sich wirklich so gar nichts finden ließ, hat mich schon erstaunt! Aber wiederum, dass dieser lackschwarze Hengst anscheinend als Vorlage für viele Modelle genommen wurde, sagt doch etwas darüber aus, dass sein Erscheinungsbild beeindruckt haben musste!

In Textform fand ich dann noch diese Passagen über ihn:
„1974 brachte Jean Claude Dysli, einer der „Gründerväter“ des Westernreitens in Deutschland, den Appaloosa-Hengst Joker´s Cedar Autumn aus den USA nach Deutschland. Der großrahmige Hengst war lackschwarz und hatte eine weiße Decke mit großen schwarzen Flecken über der Kruppe. Er war zudem ein Enkel des legendären Hengstes Joker B. Dysli stellte den Hengst in der Folgezeit auf zahlreichen Turnieren vor und beeindruckte das Publikum durch viele Erfolge.“

„Die ersten Appaloosas kamen 1975 nach Deutschland. Sie wurden von Ludwig Appel, einem deutschstämmigen Amerikaner und seiner Frau Roma aus Indiana auf der Equitana vorgestellt. Auf der nächsten Equitana im Jahr 1977 brachte Jean Claude Dysli den Hengst „Jokers Cedar Autumn“ mit und begeisterte mit dem bunten Pferd ein neues Publikum.“

Hoppla, auch hier unterschiedliche Aussagen in Publikationen bezüglich des Jahres, in dem der Hengst wohl nach Deutschland kam!

Inzwischen war meine Neugierde auch in Bezug auf seine „vielen Erfolge“ geweckt. Also habe ich die Datenbank des ApHC bemüht – aber leider auch hier Fehlanzeige!

Was tun?! Um wirklich weiterzukommen, hätte ich tiefer in die Recherche einsteigen müssen – aber ich dachte mir: Wieso wird der Name dieses Vererbers direkt genannt, aber kaum jemand weiß wirklich etwas über ihn und seine Erfolge etc.... - und dann habe ich mir seine Nachkommen angeschaut und da wurde es mir bewusst...!

Jokers Cedar Autumn hatte laut Datenbank „nur“ 28 Nachkommen! Und von diesen 28 direkten Nachkommen gab es nur 2 ! Hengste (Cedar Bright und Joker Breeze), die wiederum Nachkommen produziert haben – aber in der Gesamtsumme auch „nur“ 25!

Und dann habe ich mir seine weiblichen Nachkommen angesehen!

Bei den Fohlen seiner Töchter war ich ganz schnell bei 40. Und damit nicht genug. Bei den Off-Springs der II-IV Generation kann man wirklich von einer richtigen Population reden!

Hieraus entspringen einige moderne Vererber, wie LS Hollywood Dazz, Mr Go Right über Eliot Ciedy Chax, Indians Black Dream über Itaipus Cheyenne, CF Bonni Go RSP (bitte nicht böse sein, wenn ich vielleicht nicht alle aufgeführt habe), die auch schon wieder für Nachwuchs gesorgt haben! Aber nicht nur das, sondern was sich bereits in der ersten Generation seiner Nachkommen gezeigt hat und worin meiner Meinung nach, der wirklich größte Erfolg dieses Hengstes „Jokers Cedar Autumn“ begründet ist:

Er steht für unglaublich gute, solide Stutenstämme und Stutenfamilien! Hier zeigt sich wiederum einmal mehr, dass es für eine gute Zucht nicht nur auf einen tollen Vererber ankommt, sondern oftmals die Stute für die weitere Erfolgsgeschichte von größter Wichtigkeit ist!

Bei der Durchsicht der vielen Pedigrees und wie sich alles entwickelt hat bzw. züchterisch entwickelt wurde, bin ich gerade bei Jokers Cedar Autumn immer wieder auf andere Vererber gestoßen, wie z.B. Ima Doc Olena und Apache Applesauce … weitere Hengste, die ich mir ebenfalls auf meiner Liste schon vorgemerkt hatte! Aber davon in den nächsten Tagen mehr...

Eure Sandra Platz-Schomisch

Joker Reed Charge

Joker Reed Charge

'
Quelle: www.allbreedpedigree.com

Der 1969 geborene Joker Reed Charge kam sogar schon vor Joker’s Cedar Autumn und Apache Applesauce nach Europa. Dick de Vroomen importierte den Leopard-Hengst bereits 1971 aus Amerika. Damals erfolgte der Transport tatsächlich noch per Schiff! Wenn man bedenkt, dass die heutigen Ozeanriesen das in 5-6 Tagen schaffen, so waren Schiffe in den 1970-iger Jahren je nach Schiffstyp oft bis zu 10 Tagen unterwegs!


Joker Reed Charge bezog Quartier auf der Sunflower Appaloosa Ranch und beeinflusste die Appaloosa-Zucht in Holland maßgeblich. Aber auch deutsche Züchter nutzten den Hengst. Er selbst wurde nie geshowt. Von seinen 55 Fohlen, 46 bunte und 9 einfarbige, waren auch einige Nachkommen, die in Halter- und Reitklassen erfolgreich vorgestellt wurden. Hauptsächlich in Western Pleasure, Trail, Hunter und Hunter under Saddle, aber auch in der Reining und in Hunter Hack! Ein richtiger Allround-Vererber.
Zu seinen bekanntesten Nachkommen zählt eine Stute namens Sunflower Delight und der Hengst Sunflower Plaudy Jock.

Joker B

Joker B

Herzlichen Dank an Peter Schaufuß für das Türchen Nr. 15!

Joker B – sein Leben begann mit einer Enttäuschung, seine Verdienste für die Appaloosa-Zucht führten zur Aufnahme in die Hall of Fame des ApHC.

Joker B wurde am 21. Juli 1941 auf der Ranch seines Züchters Jack Casement geboren. Die Ranch lag im nordwestlichen Colorado, etwa 10 Meilen nördlich von Steamboat Springs. Diese Gegend im nördlichen Colorado, entlang der westlichen Ausläufer der Rocky Mountains war bekannt als das Mekka für die Zucht von erstklassigen „short horses“. Herausragende Züchter in dieser Gegend waren unter anderem Coke T. Roberts, Marshall Peavy und seine Tochter Mavis Peavy, der Züchterin des ApHC Hall of Fame Hengstes Peavy Bimbo, Quentin und Evelyn Semotan, Dewey Norell und eben die Familie Casement. Auf diesen Ranches wurden einige der besten Fleischrinder und daraus resultierend einige der besten Cow - Horses für die Rancharbeit gezüchtet. Jack Casement war nicht nur ein erstklassiger Quarterhorse Züchter, er war auch Gründungsmitglied der AQHA.
In der Hoffnung, durch Kombination der besten Blutlinien welche die Gegend zu bieten hatte, auf ein erstklassiges Fohlen, lies er eine seiner Stuten mit Namen Blue Vitriol, von seinem berühmten Foundation Quarterhorse - Hengst Red Dog P-55 decken. Die Erwartungen in das Fohlen waren sehr hoch, die Enttäuschung als das Fohlen geboren wurde, ebenfalls. Hatte man auf ein einfarbiges Quarterhorse - Fohlen gehofft, brachte die Stute Blue Vitriol ein schwarzes Hengstfohlen mit einer großen gefleckten Decke zur Welt. Man kann sich den Schock für einen eingefleischten Quarterhorse – Züchter wie Jack Casement vorstellen, was sollte er mit einem bunten Fohlen anfangen?

Stellt sich an dieser Stelle die Frage, woher die Farbe in dieses Fohlen kam. Hierzu muss man sich das Pedigree der beiden Elterntiere genauer anschauen. Auf der Seite des Hengstes Red Dog P-55 sind keine Farbpferde zu finden. Bleibt also nur die Stute Blue Vitriol. Gezüchtet wurde die Stute von Coke T. Roberts, einer der einflussreichsten Züchter von Quarterhorses überhaupt. Für seine Verdienste wurde Roberts in die Hall of Fame der AQHA aufgenommen. Für Coke Roberts spielte die Farbe eines Pferdes keine Rolle, er beurteilte die Pferde nur nach ihrer Leistung beim Einsatz als Ranchpferde. So hatte er in seiner Herde auch einige Appaloosa Pferde laufen. Die Mutter von Blue Vitriol war eine Stute namens Leopard, einer Tochter des berühmten Quarterhorse Hengstes Old Fred, also fanden sich auch hier keine farbigen Vorfahren. Die Mutter der Stute Leopard war eine von Roberts Zuchtstuten, welche auf einen Appaloosa – Hengst namens Arab zurückgeht. Roberts ließ viele seiner Steel-Dust Quarterhorse - Stuten von diesem Hengst frei in der Herde decken, mit dem Ergebnis, dass sich immer auch einige roanfarbene Appaloosa Stuten in der Zuchtstutenherde von Roberts befanden. Im Familienstammbaum der Stute Blue Vitriol findet man Verwandtschaft zu Pferden wie Bright Eyes Brother, Wapiti, Peavy Bimbo, Norell’s Little Red, Quinta Chief, Ding Bob II und Peavy’s Uncle Sam.

Dies schmälert nicht das Dilemma, in dem sich der Quarterhorse – Züchter Jack Casement befand. Das Problem wurde im darauf folgenden Sommer 1942 gelöst, als die Casements eine Herde von Stieren nach Steamboat Springs trieben. Unterwegs trafen sie einen Man namens Jack Blasingame, welcher das Fohlen für $ 250.- kaufte. Zu dieser Zeit stand Joker B also immer noch auf der Ranch von Jack Casement, als zwei Wochen später Bob Cantrell aus Reno Nevada auf der Ranch vorbei kam und das Fohlen sah. Er war so begeistert, dass er Jack Blasingame $ 750.- für den Junghengst bot, man wurde sich einig und so wechselte Joker B erneut den Besitzer. Zu dieser Zeit, Anfang der 1940 er Jahre war dies eine beträchtliche Summe für ein Pferd. Joker B zog nach Reno Nevada. Kurze Zeit später verkaufte Cantrell den Junghengst weiter an Tommy Young aus Las Vegas, Nevada. Zu dieser Zeit wurde der Hengst Domina gerufen, ein Name, welcher Young nicht gefiel und so wurde er kurzer Hand in Joker umgetauft. Als Jährling wechselte er wie viele Appaloosas seine Farbe in ein blueroan. Joker wurde mit zwei Jahren von Young eingeritten und für die Rancharbeit eingesetzt. Einige Cowboys nutzten ihn auch auf Rodeos zum calf roping und bulldogging. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde Joker nicht gezielt als Deckhengst eingesetzt, aber wenn jemand aus der Nachbarschaft seine Stute von ihm decken lassen wollte, so konnte er dies unentgeltlich tun.

Wenn man sich rückblickend diesen Werdegang anschaut und bedenkt, welche Klasse dieses Pferd auch im Bezug auf sein Pedigree hatte, so kann man die Jugend des großen Joker B wirklich nicht als vorbildlich bezeichnen.
Im Jahr 1946, jetzt also 5 jährig, wechselte Joker B erneut den Besitzer. Er wurde an Lee Berry aus Barstow in Kalifornien verkauft. Berry wollte eigentlich nur eine Stute von ihm decken lassen, fand aber gefallen an dem Hengst und konnte ihn für $ 1500.- erwerben. Er war somit sein 5. Besitzer. Immerhin wollte er ihn beim ApHC registrieren lassen, dort gab es aber schon ein Pferd namens Joker. Aus diesem Grund fügte Berry einfach ein B für seinen Namen hinzu und so wurde der Hengst endlich als Joker B mit der Nummer F-678 beim ApHC registriert.

Lee Berry besaß den Hengst 7 Jahre lang, während dieser Zeit wurde er in erster Linie als Cow Horse sowie auf Rodeos und bei Paraden eingesetzt. Im Jahr 1949 wurde Joker B auf Grund seiner Schnelligkeit auf Rodeos in die American Quarter Racing Association (nicht AQHA) aufgenommen. Inzwischen hatte sich Joker B, durch die Leistungen seiner Nachzucht auf Rodeos, eine Reputation als Deckhengst aufgebaut. Bill Benoist aus Long Beach, Kalifornien hatte sich 1951 eine Stute namens Sherman’s Cheetah, tragend von Joker B gekauft. Im Jahr 1952 bekam die Stute ein wunderschönes farbiges Hengstfohlen von Joker B mit Namen Jato. Einige Monate später hörte Bill Benoist von der National Appaloosa Show in Quincy, Kalifornien. Man meldete die Stute und ihr Fohlen. Sherman’s Cheetah gewann die Aged Mare Klasse und wurde Grand Champion Mare, Jato wurde zweiter bei den weanling stallions. Die Familie war so begeistert, dass sie ihre Stute erneut von Joker B decken lassen wollten. So fuhren sie im Januar 1953 auf die Ranch von Lee Berry, als sie Joker B sahen, war es, wie so oft bei Pferdeliebhabern, Liebe auf den ersten Blick. Bill Benoist kaufte Joker B und wurde somit sein sechster Besitzer. Er war der Erste, welcher Joker B gezielt auf Shows vorstellte und promotete. Joker B gewann zahlreiche Rennen und Reitklassen auf großen Shows, auch wurde er mehrmals Grand Champion Stallion. Als Bill Benoist Joker B im Jahr 1953 gekauft hatte, begann er zeitgleich mit dem Aufbau einer erstklassigen Zuchtstutenherde. Benoist wusste um den Einfluss der Roberts Pferde im Pedigree von Joker B und so kaufte er entsprechendes Stutenmaterial, darunter Norell’s Myrtle B und Bayarda-B. Ihre Bedeckung von Joker B erwies sich als Golden Cross. Sie zeugten so Champions wir M.J.B, Arda-Joke B und Moka B. Die Aufzählung aller seiner erfolgreichen Nachkommen während Joker B im Besitz von Bill Benoist war, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Bis zu seinem 18. Lebensjahr hatten Joker B und seine Nachzucht so viele Preise gewonnen, dass ihm ein bleibender Eindruck in der Geschichte der Appaloosa-Zucht sicher war, als einer der führenden Foundation-Hengste und Showhorses. Er war siegreich in Klassen wie Calf Roping, Bulldogging, Heading and Heeling, Cutting, Barrel Racing, Stake Racing, sowie im Trail und in Pleasure - Klassen. Er war erfolgreich in Rennen von 220 bis 440 Yards. Er wurde als Ranchpferd und als Paradepferd eingesetzt. In diesem Alter scheiden die meisten Hengste aus der Zucht und dem Showbuisenes aus.

Doch im Jahr 1959 kam nochmals eine entscheidende Wende für dieses großartige Pferd. Er kam in den Besitz eines Mannes, welcher ihn zum bekanntesten Appaloosa Pferd in den USA machte – Carl Miles, aus Abilene, welcher sein Geld im Ölgeschäft gemacht hatte. Er begann mit der Pferdezucht im Jahr 1953, im Laufe der Jahre war er Besitzer namhafter Pferde wie Whistle Britches, Navajo Britches, Joker B und am Ende auch von Prince Plaudit.

Carl Miles konnte Joker B im Februar 1959 auf einer Show in San Antonio für $ 10000.- erwerben und brachte ihn auf seine Cee Bar Appaloosa Ranch bei Celina in Texas. In Joker B hatte Carl einen perfekten Champion gefunden um die Appaloosa-Pferde zu promoten. Während er Joker B nur einer verhältnismäßig geringen Zahl von Stuten zuführte, begann er mit einer gezielt durchdachten Werbekampagne für diesen Hengst und somit für die Appaloosa-Zucht. So ließ er ihn auf großen Paraden von namhaften Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens reiten, wie dem Gouverneur von Texas John Connally oder der Miss Texas Linda Loftis. Er lies ganzseitige Abbildungen von Joker und seinen Nachkommen im Western Horseman Magazin abdrucken; Abzüge des Ölgemäldes von Darol Dickinson „Joker B“ zierten zahlreiche Hotels und Restaurants im ganzen Land. Miles lies zahlreiche Appaloosa- und Quarterhorse Champion Stuten von Joker B decken. Die aus diesen Anpaarungen resultierenden Fohlen wurden später selbst zu Champions, aus dem ersten Fohlenjahrgang von Joker B auf der Cee Bar Ranch wurden von 13 Fohlen 8 als Champions geehrt. Wie Joker B selbst, zeichneten sich auch seine Nachkommen durch ihre Vielseitigkeit aus. Im Jahr 1965 wurde Joker B mit dem Titel „Premier Sire Award Nr. 1“ des ApHC in Texas geehrt.

Obwohl die Joker B Nachzucht für ihre Vielseitigkeit bekannt war und auch auf Kurzstreckenrennen zahlreiche Gewinne verbuchen konnten, war ihr größter Erfolg aber in der Cutting - Arena zu suchen. Zahlreiche World- und Nationalchampions waren Nachzucht von Joker B. Als Beispiel sei hier zu nennen Cherry’s Leader, einem Sohn von Joker’s Leader von Joker B. Er wurde auf Grund seiner Erfolge im Cutting in die Hall of Fame des ApHC aufgenommen.

Im November 1965 wurde Joker B auf einer Auktion für $ 26500 an ein Syndikat bestehend aus 4 Personen verkauft, einer dieser Personen war Carl Miles selbst. Im Jahr 1966 deckte Joker B noch 12 Zuchtstuten dieses Syndikates. Es war sein letztes Jahr als Zuchthengst. Am 13. Juli 1966 gegen 20.00 Uhr starb Joker B im Alter von 25 Jahren.
In diesem stolzen Alter endete das Leben dieses herausragenden Pferdes und seines außergewöhnlichen Werdeganges. Sein Vermächtnis lebt in seinen Nachfahren und in den Erinnerungen und Fotos weiter.

Literatur: Frank Holmes: „Joker B“, Appaloosa Journal, Juli 1992, Vol. 47, No 7, pp. 60 - 71
Text: Peter Schaufuß

Mansfield Comanche bzw. Comanche 3096

Mansfield Comanche bzw. Comanche 3096

Ein Name eines großen Appaloosa-Vererbers taucht in vielen alten Zuchtlinien sowohl in Amerika als auch in Europa immer wieder auf: Mansfield Comanche.
Und dabei wurde dieser Hengst nicht ein einziges Mal geshowt oder promotet, er verließ noch nicht einmal die Farm, auf der er geboren wurde! Für mich ist er der Inbegriff eines echten Indianer-Ponys!

Doch beginnen wir am Anfang dieses erstaunlichen Hengstes. Er wurde geboren im Jahr 1933 und nach seinem Besitzer, Jack Mansfield benannt – übrigens wie viele seiner Fohlen auch. Ich konnte Mansfield Comanche No One bis No Fourteen zählen! Jack Mansfield war einer der ältesten Züchter von Appaloosapferden. Er kaufte in den 1920-er Jahren die Alamosa-Ranch bei Vega in Texas mitsamt einer unbekannten Anzahl an Appaloosas, die sich auf seinem Land befanden.

Mansfield Comanches Vater war ein Vollbluthengst aus dem Remount Service der US Armee mit Namen Dr Howard JC, der zurückging bis auf den Kentucky-Derby-Sieger Ben Brush. Seine Mutter war eine Appaloosa-Stute namens Juanita. Später erst konnte aufgeklärt werden, dass es sich um Juanita M T-21700 handelte. Daher existieren teilweise Pedigrees von Comanche, in denen seine Mutter als nicht registriert angegeben wird und in denen ihre Abstammung komplett fehlt. Aber zur damaligen Zeit mit der unbedeutenden Anzahl an Appaloosas war das nicht weiter verwunderlich. Die umfassende Registrierung der Pferde sollte erst in den kommenden Jahren erfolgen. Jack Mansfield unterhielt eine Rinderfarm und benötigte Pferde zur Arbeit auf der Ranch. Aus den meisten Hengsten wurden Wallache und die Stuten lies er zur Produktion von Nachwuchs mit einem der Hengste in der Herde frei auf seinem Land laufen – so wie man das aus alten Western kennt! Mansfield Comanche hatte das Glück, dass er seinem Besitzer als „blue roan near-leopard“ Hengst so gefiel, dass dieser beschloss, ihn in solch einer Herde als Zuchthengst einzusetzen. Auch wenn er später frei und wild lebte, so war er doch eingeritten und wurde auch für die Rancharbeit verwendet. Sein Besitzer ärgerte sich zu Lebzeiten darüber, dass oft behauptet wurde, der Hengst sei niemals unter dem Sattel gewesen. Er sei bei der Arbeit unter dem Reiter sehr gelehrig und sehr intelligent gewesen und hätte über sehr schöne raumgreifende Gänge verfügt!

Zu Recht fragt man sich, wie konnte aus dieser Form der Zucht so eine Population entstehen, wenn der Züchter weder Pferde zum Verkauf anbot oder noch den Hengst Fremdstuten zuführte?! Jack Mansfield erklärte das einmal so: Wenn ein Nachbar zu ihm kam und einen Hengst für seine Stuten oder seine Herde brauchte, dann gab Mansfield Junghengste ab, die bei ihm im Überschuss waren. Die Vererber-Qualität dieser Hengste war wohl durch die Bank sehr gut (man darf hierbei nicht verkennen, dass die Zucht von Mansfield auch ein natürliches Line-Breeding war!) und es entstanden viele gute Nachkommen, die in den verschiedensten Linien zu finden sind – und sie alle gingen zurück auf Mansfield Comanche!

Er hatte 55 eingetragene Fohlen. In seiner Nachkommenschaft finden sich u.a. Hengste wie Top Hat H und Double Six Domino. Über letztgenannten findet sich Mansfield Comanches Namen in Pedigrees von Top Vererbern wie Buttons B, Double Five Domino und Whistle Britches. Auch in Deutschland wurde Double Six Domino gerne in der Zucht von Appaloosa-Reinern verwendet!

In Linien von Sully Hawk und Hawks Dreamfinder, Dream Cowboy über Dream T ist Mansfield Comanche vertreten.
Durch Drea Comanchebluhawk in Irland oder Drea Bluhawk Pataha in der Schweiz erkennt man die internationale Verbindung zu Comanche!

Im Jahre 1959, im Alter von 26 Jahren fand man ihn bei einem Routine-Rundgang tot auf der Koppel. Man vermutet, dass er von einem Blitz getroffen wurde - aber es hätte auch ein Schlangenbiss sein können... egal wie, er starb frei und wild!

1988 wurde er in die ApHC Hall of Fame aufgenommen und wird immer zu den bedeutensten Vererbern der Appaloosa-Zucht gehören!

Text: Sandra Platz-Schomisch
Quellen: Appaloosa Bloodlines, 2004 by Appaloosa Journal, Appaloosa History – Appaloosaterritory.com (hier finden sich noch einige interessante Fakten und Berichte sowie seine direkten Nachkommen)
Mighty Bright

Mighty Bright

Mighty Bright ApHC No: # 9760

Verfasser: Peter Schaufuß

Mighty Bright

Lane Hudson, einer der erfolgreichsten Züchter in den Anfangsjahren des ApHC, war ein Pferdezüchter aus Denver, Colorado. Bis 1958 lag sein Hauptinteresse in der Zucht von erfolgreichen Quarterhorse-Cuttingpferden. Auf der „Colorado State Fair“, einer großen Show in Pueblo, ließ er 1958 einige von seinen Champion-Cuttingpferden vorführen. Auf dieser Show kam es zu einer schicksalhaften Begegnung für Lane Hudson selbst und schließlich auch für die gesamte Appaloosa-Zucht. Er sah einen Appaloosa-Hengst, welcher ihn nachhaltig beeindruckte. Es war Cecil Dobbin’s „Bright Eyes Brother“. Die Wege des Züchters Lane Hudson und des Hengstes „Bright Eyes Brother“ kreuzten sich erneut auf der „Denver National Western Stock Show“ 1959, auf welcher der beeindruckende Hengst „Grand Champion Stallion“ wurde. Das Interesse des Pferdezüchters Lane Hudson war endgültig geweckt. Er machte sich auf den Weg nach Colorado Springs zu Cecil Dobbin um sich den Hengst genau anzusehen. Er beschloss, eine Stute von ihm decken zu lassen. Sein Problem war, eine passende Stute zu finden.

Die Suche nach einer passenden Stute liest sich, wie so oft in der Geschichte der Appaloosa-Zucht, wie ein Krimi. Wayne Laske beschrieb in der März-Ausgabe der Zeitschrift „Quarter Horse Digest“ wie Lane Hudson fieberhaft nach einer in Frage kommenden Stute suchte und sie schließlich auch fand.
Auf der „Denver National Western Stock Show“ 1959 traf er einen Quarterhorse-Züchter namens Al Buckli aus Wibaux, Montana, welcher zu diesem Zeitpunkt in Three Rivers in Texas lebte. Sie unterhielten sich über gute Zuchtstuten. Lane sagte zu Buckli, dass er auf der Suche nach einer guten Zuchtstute sei um sie von dem Hengst der Dobbin’s decken zu lassen. Sie sollte ein ausgezeichnetes Exterieur besitzen und über Quarterhorse-Blutlinien verfügen. Al meinte, er hätte eine solche Stute in Montrose, Colorado gesehen. Al fügte hinzu, Quarterhorse-Züchter nannten sie ein „Roan“ und Appaloosa-Züchter einen „Appaloosa“. Buckli meinte, dass die Stute zwar Quarterhorse-Papier habe, in Wirklichkeit aber ein Appaloosa sei. An diesem Beispiel wird wieder einmal deutlich, in welchem Dilemma sich die Anfänge der Appaloosa-Zucht befanden. Wie bereits in dem Artikel über B.E.B beschrieben, gibt es auch heute noch Appaloosa-Züchter, welche die Meinung vertreten, dass einige der Quarterhorse Foundation Pferde in Wirklichkeit Appaloosas waren. Leider gab es damals noch keine Gen-Tests.
Buckli wusste nicht viel zur Abstammung der Stute zu sagen, war aber der Meinung, dass sie eine Tochter von Jack Casement’s berühmten Foundation Quarterhorse-Hengst „Red Dog P-55“ war. Der Hengst wurde auch von Appaloosa-Züchtern sehr geschätzt, war er doch u. a. der Sire von „Joker B“ und „Norell’s Little Red“. Auch meint Al, der Besitzer der Stute sei ein gewisser Fred Field aus Gunnison in Colorado. Field war ebenso auf der Stock Show und konnte von Lane ausfindig gemacht werden. Fred bestätigte, dass er der Besitzer der Stute mit Namen „Peggy’s Delight“ sei. Nun wusste Lane, er war auf dem richtigen Weg. Er fuhr am nächsten Morgen nach Gunnison und fand die schon etwas ältere Stute zusammen mit einem Jährlingsfohlen, welches noch nicht abgesetzt war. Man konnte sich bezüglich des Verkaufs der Stute zunächst nicht einigen, so fuhr Lane mit einem leeren Pferdehänger wieder nach Hause. Monate später rief ihn Fred Field an und bestätigte das ursprünglich von Lane gemachte Angebot. Die Stute „Peggy’s Delight“ wechselte den Besitzer.
„Peggy’s Delight“ wurde 1944 auf der Ranch ihres Züchters Frances „Biddy“ Peavy aus Westplains in Colorado geboren. Auf ihrer linken Schulter trug sie den berühmten VZ Brand der Familie Peavy. Um mehr über ihr Pedigree zu erfahren, kontaktierte Lane die Mutter von „Biddy“, Mavis C. Peavy, eine ebenfalls sehr erfolgreich Züchterin, u. a. des ApHC Hall of Fame Hengstes „Peavy Bimbo“. Er besuchte Mavis, welche er aus dem Quarterhorse - Business kannte, auf ihrer Ranch in Padroni. Mavis konnte schnell Aufklärung in die Mutterlinie von „Peggy’s Delight „ bringen. Sie war die Tochter einer 1940 geborenen Stute namens „One Eyed Petey“, einer Tochter von Coke Roberts wundervollem palominofarbenen Quarterhorse-Hengst „Champagne“. Die Tochter von Mavis Peavy, Frances Peavy hatte „Petey“ direkt von Coke Roberts gekauft. Mütterlicher Seits ging „Petey“ auf eine von Roberts Appaloosa-Stuten zurück, welche ihrerseits von dem berühmten Appaloosa-Hengst „The Arab“ abstammte. „Petey“ hatte also ein ausgezeichnetes Pedigree und obwohl sie AQHA Papiere besaß, hatte die Stute Appaloosa - Merkmale vorzuweisen. Auch ein Beispiel wie dominant sich die Appaloosa - Blutlinien von Coke T. Roberts vererbten. Nachdem Kauf von „Peggy’s Delight“ fuhr Lane mit der Stute nach Hause. Sie war ihm als tragend verkauft worden, es stellte sich aber heraus, dass sie nicht tragend war. Glück im Unglück für Lane Hudson, so konnte er die Stute direkt zu „Bright Eyes Brother“ zum Decken bringen. Elf Monate später, am 15. April 1960, erblickte ein wunderbares Hengstfohlen das Licht der Welt: „Mighty Bright“.

Lane Hudson war ein erfahrener Pferdezüchter, bisher galt sein Hauptinteresse allerdings der Zucht von Quarterhorse-Cuttingpferden. So fieberte er seinem ersten Appaloosafohlen entgegen. Die Spannung war groß, wusste er doch nicht, welche Fohlen die Stute „Peggy’s Delight“ bringen würde und typisch für Appaloosas, welche Farbe es hat. Lane wollte unbedingt bei der Geburt des Fohlens dabei sein, doch „Peggy“ hatte, wie so oft in der Pferdezucht, ihre eigenen Vorstellungen. Als Lane in den Stall kam stand ein wunderschönes, leuchtend rötlich-dun farbenes Hengstfohlen in der Box und schaute ihn keck an. „Peggy’s Delight“ hatte alles selbst gemacht. Das Fohlen hatte ein schönes Blanket, eine Laterne und war viermal weiß gestiefelt. Er war überwältigt. Später sagte er einmal: “Mighty Bright, if ever a name was perfect for a horse, this was it“.
“Mighty Bright” wurde als Absatzfohlen 3-mal auf einer Show vorgestellt, er gewann alle drei Klassen und wurde „High Point Weanling“ der „Mountain and Plains Appaloosa Association“. Sein Mutter, „Peggy’s Delight“ wurde im Alter von 16 Jahren auf der gleichen Show „High Point Broodmare“, eine Auszeichnung, welche sie im darauf folgenden Jahr, mit einer Vollschwester zu „Mighty Bright“ mit Namen „Bright Delight“ wiederholte. Auf der im Jahr 1960 in Pueblo stattfindenden „Colorado State Fair“ zeigte der renommierte Pferdezüchter Hank Wiescamp aus Alamosa in Colorado starkes Interesse an „Mighty Bright“. Er bot Lane die zur damaligen Zeit immense Summe von $ 10000.- für das Absatzfohlen. Lane fühlte sich geschmeichelt und dachte sich, wenn ein Mann mit dem Pferdewissen eines Hank Wiescamp solch ein Interesse an „Mighty Bright“ zeigt und ihn für diese stattliche Summe kaufen möchte, dann muss es ein sehr gutes Pferd sein. Lane kam zu der Überzeugung, es ist besser ihn nicht zu verkaufen. Später schickte Hank einen Bekannten zu Lane um herauszufinden, wie viel „Mighty Bright“ den kosten solle, aber Lane blieb bei seinem Entschluss, „Mighty“ stand nicht zum Verkauf.
Die viel versprechende Show-Karriere des Junghengstes „Mighty Bright“ kam zu einem jähen Ende, als er 1961 von Lane Hudson für die „Denver National Western Stock Show“ trainiert wurde. Er zog sich eine Beinverletzung zu und wurde von da ab von Lane, auf Grund seines hervorragenden Pedigrees, nur noch als Deckhengst eingesetzt.
„Mighty Brights“ erste Fohlen wurden 1963 geboren. Es war eine nur kleine Anzahl von 12 Fohlen, unter ihnen „Mighty Peavy“. Er war ein Sohn der Stute „Genivieve Peavy“, einer Tochter des Hall of Fame Hengstes „Peavy Bimbo“. Die Stute stammte aus der Zucht von Mavis Peavy und war eine Top Halter-Stute. Sie wurde u.a. auf der 1962 stattfindenden „National Show“ in Springfield, Illinois und auf der „ New Mexico State Fair“ in Albuquerque mit dem Titel „Grand Champion Mare“ geehrt. „Genivieve Peavy“ war nur eine von zahlreichen Stuten, welche Lane direkt von Mavis Peavy gekauft hatte. Diese Stuten trugen viel zum herausragenden Image von Lane Hudson und „Mighty Bright“ in der Appaloosa - Welt bei.
„Mighty Peavy“ wurde als Jährling von Dennis Crist aus Modoc in Kansas gekauft. Er wurde zum einzigen Besitzer des erfolgreichen Hengstes. Als Höhepunkt in der Karriere des Hengstes kann die Ehrung zum „Grand Champion Hengst“ auf der „Denver National Western Stock Show“ angesehen werden. Wie auch sein Vater, wurde er zu einem erfolgreichen Zuchthengst. Unter seiner National- und Worldchampion Nachzucht sind Namen wie „Judy’s Doll“, „Peavy’s Pistol“, „Dial Mighty“, „Mighty Impressive“, „Buster Who“, „Mighty Dialette“ und „Ima Peavy“ zu finden. „Mighty Peavy“ gewann den „National Champion Get of Sire Award“ auf der “National Show” in den Jahren 1971 und 1978. Er starb 1987 im Alter von 24 Jahren.

„Mighty Brights“ zweiter Fohlenjahrgang bestand aus nur 10 Fohlen, einigen davon wurden zu beeindruckenden Stars wie „Mighty Paul“. Er war ein Sohn der Stute „Carmen Calypso“ und war die meiste Zeit seines Lebens im Besitz von Monte und Linda Heinrich aus Yoder in Wyoming. „Mighty Paul“ war mehrfach Grand Champion Halter Horse und wie sein Vater ein erfolgreicher Zuchthengst. Er zeugte National- und Worldchampions wie „Pauls Barmaid“, „Pauls Mad Hatter“, „None Ya“, „Ima Cover Girl“ und „Pauls Silver Fox“.
Ein weiterer Star aus diesem Jahrgang war „Mighty Shiek“, aus der „Genivieve Peavy“. Wie die meisten, der von „Mighty Bright“ abstammenden Zuchthengste, hatte auch „Shiek“ die meiste Zeit seines Lebens nur einen Besitzer, Clarence Danielson aus Watford City in Nord Dakota. Unter der Nachzucht von „Mighty Shiek“ findet man „Mighty Charming“ (National Champion) und den Silver Medaillon Gewinner „Cause I’m Shiek“. „Mighty Shiek“ wurde wie sein Bruder „Mighty Peavy“ 1974 mit dem Titel „National Champion Get of Sire“ geehrt.
Im Fohlenjahrgang von 1964 findet man auch einen der ersten von „Mighty Brights“ all-around Show-Champions, nämlich den Hengst „Mighty Marshall“. Er wurde von seinem Besitzer Roger Klamfoth und seinem Trainer Hadley Campbell auf zahlreichen Shows erfolgreich in Halter- und Performanceklassen vorgestellt, so wurde er u.a. Grand Champion auf der „Houston Livestock Exposition“ in Houston Texas, auf der „Ak-Sar-Ben Livestock Show“ in Omaha, Nebraska sowie auf der „National All-Breed Show“ in Columbus, Ohio. Eine der Höhepunkte in „Mighty Marshall’s“ Show Carriere war der Titel „World Champion Senior Western Pleasure“ auf der World Show von 1971.
„Mighty Marshall’s“ Mutter war die Stute „Overdue Peavy“ einer Tochter von „Ambrose“ aus der unvergleichlichen „Chipeta“, gezüchtet von Mavis Peavy (Über diese Stute wird in einem gesonderten Artikel berichtet). Unter der Nachzucht von „Mighty Marshall“ findet man „Marshall Dillon“, „National Champion Weanling Stallion“ von 1972 und „Misty Marshall“ eine Top Jährlingsstute von 1986.
Ebenfalls aus „Mighty Brights“ Fohlenjahrgang von 1964 stammt der Hengst „Mighty Bounce“, seine Mutter war „Cherry Cordial“ (QH), eine weitere der von Mavis Peavy erworbenen Zuchtstuten. Sie war von „Cherry Bounce“ und aus der „Overdue Peavy“. „Mighty Bounce“ wurde ein sehr erfolgreiches Showpferd und ein erfolgreicher Zuchthengst an der Westküste.
„Mighty Loma“ von „Mighty Bright“ aus der „Bar W Bar Bet“ einer Quarterhorse Tochter von „Norell’s Litte Red“ wurde ebenfalls zu einer erfolgreichen Zuchtstute an der Westküste.

Der dritte Fohlenjahrgang des „Mighty Bright“ setzt seine Erfolgsserie als außergewöhnlicher Vererber in der Appaloosa-Zucht fort. Er zeugte 18 Fohlen, darunter „Mighty Gunsmoke“, ein Wallach welcher mit dem Titel „GEAR- (Greater Eastern Appaloosa Regional) – Champion“ No. 1, sowie mit einem ACAAP-COA No. 1 in Western Pleasure geehrt wurde. Weitere Pferde dieses Jahrgangs sind: „Mighty Hoot“, „Mighty Ute“, „Mighty Mona“, „Mighty High“ und „City Slicker“. „Mighty Mona“ war aus der Stute „Helen Hudson“ (QH), sie wurde an Mrs. A.S. Kelly aus Chester in Vermont verkauft. „Mighty Mona“ wurde ebenfalls ein „GEAR-Champion“ und später eine erfolgreiche Zuchtstute. „Mighty High“, ein 1965 geborener Wallach aus der „Cuchara Jewel“ verkaufte Lane an Sherry Alexander aus Chillicothe, Ohio. Wie seine Halbgeschwister wurde er ein Top Halter- und Performancepferd, er wurde ebenfalls mit dem Titel „GEAR-Champion“ geehrt.
Als weitere Nachzucht von „Mighty Bright“ ist der Hengst „City Slicker“ zu nennen, ein wunderschöner, dunkelbrauner Hengst mit einem großen weißen Blanket. Er stammte aus der Quarterhorse-Stute „Sobre’s Helen M“. Lane Hudson setzte große Hoffnung in dieses Pferd, es sollte sein Nachwuchshengst werden. Ein Unfall mit einer gebrochenen Schulter beendete diese Hoffnung. „City Slicker“ wurde an Bernard Selvy aus Parker in Colorado verkauft und in seinem Besitz zu einem gefragten Deckhengst.

Als die Stars des Fohlenjahrgangs von 1966 sind zweifellos die Stute „Mighty Amy“ und der Hengst „Spittin Image“ zu nennen.
„Mighty Amy“ war eine „blue-grullo-farbene“ Stute mit einem kleinen Blanket. Ihre Mutter „Cherry Cordial“ war eine der von Mavis Peavy durch Lane Hudson erworbenen Zuchtstuten. Auch hier zeigt sich wieder einmal, wie wichtig die Stuten beim Aufbau einer erfolgreichen Zucht sind. Mit dem Erwerb der Stuten hatte sich Lane einen soliden Gen-Pool geschaffen, welcher u.a. maßgeblich für den Erfolg seines Hengstes „Mighty Bright“ sein sollte. „Mighty Amy“ wurde von Lane an einen Mann namens Richard Zimmerman aus Ellicott City in Maryland verkauft. In seinem Besitz dominierte sie die Halter-Szene an der Ostküste über mehrere Jahre. Später ging sie weiter in den Besitz von A. F. Jackson III aus Houston, Texas. Im Jahr 1971 wurde sie „Champion Aged Mare“ auf der „National Show“ in Las Vegas, Nevada. Kurze Zeit nach der Show verstarb „Mighty Amy“, ohne dass sie je ein Fohlen bekommen hatte.

Spitting Image

Der Hengst „Spittin Image“ bekam seinen Namen weil er farblich ein Duplikat seines Vaters war. Seine Mutter war eine weitere von Mavis Peavys Zuchtstuten mit Namen „Miss Mavis“. Sie war eine Tochter des Appaloosa-Hengstes „Peavy Bimbo“, ihre Mutter war die Stute „Ida Pearl“ (QH) welche wiederum eine Tochter von „Gold Heels“ war. „Miss Mavis“ war eine großartige Show-Stute und vollbrachte herausragende Leistungen in der Zucht. „Spittin Image“ war ihr erster Sohn, er wurde als Junghengst an Gene Keefer aus Cheyenne in Wyoming verkauft und als 2 jähriger weiter an Lois und Susan Baker aus Parker in Colorado. In ihrem Besitz wurde er zu einem herausragenden Halter- und Performance Pferd in den Rocky Mountains. Sein Show-Rekord setzte neue Maßstäbe: Er war mehrfach „Grand/Reserve/High Point Horse“ in 6 verschiedenen Disziplinen, in „Halter“, „Western Pleasure“, „Reining“, „Steer Daubing“, „Calf Roping“ und im „Team Roping“ und dies bei 6 verschiedenen Regionalclubs des ApHC. Später erwarben ihn Dave und Kim Utke, Besitzer der berühmten Sheldak Ranch in Nord Dakota. Hier bewies er sich als überragenden Zuchthengst. Er zeugt einen Champion nach dem Anderen, wie „Cowboy Image“, Cowgirl Image“, „Rockin Sidney“, „Chancey Image“, „Peavy Headliner“, „Don Key Otoe“ und „Cassa Image“.

Mighty Tim

„Mighty Tim“, ein 1967 geborener Sohn von „Mighty Bright“ aus der Quarterhorse Stute „Cherry Cordial“ war ein weiterer Superstar. Als junges Pferd wurde er von Mrs. A.S. Kelly aus Chester in Vermont gekauft und in ihrem Besitz zu einem hochkarätigen Showpferd in Halter- und Performancedisziplinen auf Shows entlang der Ostküste und im gesamten Mittleren Westen. Später wurde er von Dave und Kim Utke übernommen und auf ihrer Sheldak Ranch in der Zucht zu einem der erfolgreichsten Söhne von „Mighty Bright“. Zur erfolgreichen Nachzucht von „Mighty Tim“ gehören „Cherry Maiden“, „Mighty Ambrose“, „Mighty Timon“ und „Tim’s Foxy Lady“.
Weitere erfolgreiche Pferde des Fohlenjahrgangs von 1967 waren „Mighty Bimbo“, eine Vollschwester zu „Spittin Image“. Sie wurde u.a. „National Champion Produce of Dam“ der „New York National“ von 1977 in Syracuse. Des Weiteren „Mighty Marie“, eine Stute aus der „Wee Marie“, sowie der Wallach „Mighty Doc“ welcher mit dem Titel „National Champion Yearling Gelding“ auf der Show in Oklahoma City geehrt wurde.

Im Jahr 1968 wurden 18 Fohlen von „Mighty Bright“ geboren, unter ihnen einige erfolgreiche Zuchtstuten. Zu ihnen gehören „Miss Louise McCue“, „Mighty Flo“, „Mighty Pauline“ und „Barretta Bright“. Sie wurden zu einigen der erfolgreichsten Zuchtstuten in der Appaloosa-Zucht. Unter ihnen war „Barretta Bright“ wohl die erfolgreichste. Im Besitz der Sheldak Ranch wurde sie die Mutter von „Prince Shannon“, „Bright Princess“, „King David“, „Star of David“ und „Lord David“.

Ein Jahr später, 1969 wurden noch 11 „Mighty Bright“ - Fohlen auf der Ranch von Lane Hudson geboren, unter ihnen „Moms Mabley“, welche an John Cavey aus Parker in Colorado verkauft wurde und sich dort zu einer Top Show-Stute entwickelte.

Gegen Ende der 1960er Jahre hatte Lane Hudson genug Töchter von „Mighty Bright“ für die Zucht auf seiner Ranch stehen, die Meisten stammten mütterlicherseits aus dem Gen-Pool der Peavy-Pferde. Für die Bedeckung der Stute hatte sich Lane einen jungen Nachwuchshengst namens „Mr. Big Wig“ angeschafft. Er war ein Sohn von „Wiggy Bars“ aus der „Bright Delight“. Aus diesem Grund entschloss sich Lane seinen Hengst „Mighty Bright“ an einen Züchter namens Jack Ryan aus Corpus Christi in Texas zu verleihen. Jack forcierte die Bedeckung seiner Stuten durch „Mighty Bright“, 1971 erblickten 19 Fohlen das Licht der Welt, unter ihnen „Sweet Pearl“ und „Jackie’s Bright Flame“.
„Sweet Pearl“ wurde 1976 World Champion im Senior Western Pleasure, „Jackie’s Bright Flame“, eine Tochter von “Skip’s Flame”, wurde zu einem Top Cutting-Pferd.

Im Jahr 1971 wechselte „Mighty Bright“ zum ersten und letzten Mal in seinem Leben den Besitzer. Lane verkaufte ihn an Dr. George Gayle und seine Frau aus Houston in Texas. „Mighty Bright“ setzte seine Erfolgsserie als herausragender Deckhengst auch in Texas fort. Er bewies, dass er auch mit anderen Zuchtstuten erfolgreiche Fohlen zeugen konnte.

Von seinen 1972 geborenen Fohlen sei besonders „Mighty Gayle“ und „Mighty Go Man“ genannt.
„Mighty Gayle“ war aus der „Little Gold Digger“ und wurde „Champion Junior Pleasure Horse“ auf der „National Show“ von 1975 in Santa Rosa, Kalifornien und auf der „World Championship Appaloosa-Show“ von 1976 in Oklahoma City in Oklahoma.
„Mighty Go Man“ war aus der „Go Lady Go“ und wurde zu einem der vielseitigsten Söhne von „Mighty Bright“. Er wurde zu einem „Grand Champion at Halter“ und wie sein Vater ein sehr erfolgreicher Deckhengst. „Mighty Bright“ brachte für die Besitzer George und Jane Gayle noch drei weitere Fohlenjahrgänge. Zu seinem letzten erfolgreichen Show-Pferde zählt „Mighty Friday“, unter ihren Besitzern Dick und Margie Kirk aus Houston in Texas, wurde der Wallach 1978 „National- und Worldchampion Aged Gelding“.

Im Besitz von George und Jane Gayle wurde „Mighty Bright“ zum ersten „GEAR Supreme Champion Sire of Performance Horses“. Um mit dieser Auszeichnung geehrt zu werden, mussten 5 seiner Fohlen mit dem Award „GEAR Champion“ oder mit einem „Certificate of Versatility“ ausgezeichnet werden. Die fünf Fohlen, welche mit dieser prestigeträchtigen Auszeichnung geehrt wurden waren: „Mighty Marshall“, „Mighty High“, „Mighty Gunsmoke“, „Mighty Mona“ und „Mighty Amy“. Auf Grund seiner züchterischen Leistungen wurde Dr. George Gayle 1988 in die Hall of Fame des ApHC aufgenommen.

„Mighty Bright“ starb im Frühjahr 1974 auf der Ranch der Familie Gayle in der Nähe von Houston. Obwohl er nur 13 Fohlenjahrgänge zeugte, war die relativ geringe Anzahl seiner Fohlen ausreichend, um die Appaloosa-Zucht auf ein neues Level zu katapultieren.
Die ausführliche Beschreibung der Nachzucht von „Mighty Bright“ in diesem Artikel zeigt seinen großen Einfluss auf die Zucht erstklassiger Appaloosas. Obwohl er auf Grund einer Verletzung nur wenig Eigenleistung erbringen konnte, ist seine Qualität als Vererber bis zum heutigen Tage in der Zucht nachweisbar. „Mighty Bright“ und sein Züchter Lane Hudson wurden 1988 in die Hall of Fame des ApHC aufgenommen.

Literatur:
Frank Holmes, „Mighty Bright“, Appaloosa Journal, November 1988, pp. 58 – 64
Frank Holmes, “Mighty Bright”, In: “Spotted Pride”, Loft Enterprises, LLC, 2003, pp. 222 – 235.

MR SONNY ROYAL TE

MR SONNY ROYAL TE

-The Champ-


Bild: Christina Ottersbach

Quelle: www.allbreedpedigree.com

35,5 Lifetime Points in Open Aged Stallions ApHC, Points in Open Most Colorful at Halter, Open Senior Hunter Under Saddle, Open Senior Reining, Open Senior Trail und Open Senior Western Plesure und 101 eingetragene Nachkommen – das steht für Mr Sonny Royal Te zu Buche. Aber dieser Hengst steht auch noch für viel mehr: Begründer einer Population von Appaloosa Pferden, deren Verwendung man in den verschiedensten Bereichen findet, sowohl im Leistungs- und Breitensport, als auch im Freizeitbereich und in der Zucht! Ein Begründer der modernen – sportlich geprägten Appaloosa-Zucht.

Doch beginnen wir am Anfang. Ein Name ist mit Mr Sonny Royal Te fest verbunden: Uwe Tolksdorf. Für Uwe war es von Anfang an klar, dass nur eine Rasse für die Zucht für ihn in Frage kam: Appaloosas! Er begann damit 1990 - und sein erster eigener Hengst war: Mr Sonny Royal Te.

Carmen Adamietz, selbst Züchterin von Appaloosa-Horses kennt bzw. kannte beide. Das schreibt sie über ihn:

Mr Sonny Royal Te, der 'Champ', als welcher er all die Jahre in der Eifel und darüber hinaus bekannt war und auch bis heute noch ist, wurde 1992 geboren. Als Fohlen erfolgreich in Amerika geshowt, kam er 1993 zu Uwe Tolksdorf in die Eifel. Uwe showte ihn sehr intensiv und erfolgreich in Deutschland. Zunächst in den Halter-, später auch in Performence-Klassen. Sehr schnell war der kleine chestnut mit spots over entire body- Hengst durch seine sportlichen Erfolge im ganzen Land bekannt und nicht viel später auch sein geduldiger Besitzer- denn da kamen die ersten Fohlen von Champ zur Welt!

Das Pedigree von Mr Sonny Royal Te zeigt erstaulich viel Racehorseblut durch 'WIN OR LOSE' und 'THE OLE MAN' in seiner Ahnentafel und geht doppelt auf Three Bars zurück! Und über die Stutenlinien, wie väterlicherseits SOKOTA SISSY, die eigentlich Racehorses hervor bringen sollte, dafür aber Halter- und Perfomancehorses hervorbrachte.
MR SONNY ROYAL TE wurde mehrfacher European & German Champion, Futurity Champion und mehrfach High Point Horse in Halter und Performanceklassen. Bereits 1995, im Alter von 3 Jahren erhielt er die Bronzemedaille im Zuchtbuch des ApHCG. 1996 folgte Silber, 1999 Gold und seit 2000 ist aus dem Champ ein Supreme Champion geworden!
Er hat 101 registrierte Nachkommen. Seine Nachzucht ist in ganz Europa bekannt und erfolgreich. Neben viele German & European Futurity und Maturity Champions kann er stolz sein auf Dutch, Belgium & Swedish Champions in Open, Youth and Non Pro.Noch heute findet man im Pedigree vieler Stuten und Hengste seinen Namen, welche durch geschickte Anpaarung sein Potential als Performance Producer weitertragen. MR SONNY ROYAL TE hat mit seinem Potential vor allem als Vererber nicht nur den Grundstein für die Zucht der Appaloosa & QH Ranch gelegt, sondern einen erheblichen Anteil an den Performance Appaloosa Horses in ganz Europa.

Text: Carmen Adamietz

Anmerkungen noch von meiner Seite hierzu:
Christina erzählte mir von einer frühen Erinnerung an Mr Sonny Royal Te. So war das Team UT auf einem Turnier und Uwe musste sich schnell umziehen – aber es waren keine Helfer zugegen, denen er das Pferd anvertrauen konnte oder wollte. Also übergab er kurzerhand Christina die Longe mit Mr Sonny Royal Te, um ihn für die Prüfung aufzuwärmen. Christian war damals gerade 5 Jahre alt – und der Champ dürfte 2 oder 3 Jahre alt gewesen sein! Dies zeigt, wieviel Vertrauen Uwe bereits damals diesem Hengst entgegenbrachte und wie umgänglich dieser war- ...und natürlich, was er seiner Tochter mehr als allen Umstehenden zutraute!

Ich selbst durfte auf diversen Int. European Championships gleich zwei seiner männlichen Off-Springs, nämlich Sohn und Enkelsohn in direkter Konkurrenz kennenlernen: Mr Sonny Royal Jack und PM Royal Technique, die beide auch multiple European Champion ApHC sind. Nicht nur, dass beide absolute Allrounder-Qualitäten in durchgängig allen Klassen unter Beweis stellten, angefangen von Trail über Western und Ranch Riding bis hin zur Hunt Seat Eqitation und der Hunter Hack – sie demonstrierten dabei auch anschaulich, wie unkompliziert und liebenswürdig sie um Umgang sind, wie cool und dennoch immer leistungsbereit – und das als Deckhengste im Einsatz!

MR SONNY ROYAL TE gab also nicht nur sein sportliches Vermögen an seine Nachkommen weiter – auch sein Interieur und seine Menschenbezogenheit gab er seiner Nachzucht mit auf den Weg. Damit war der Grundstein für eine sehr erfolgreiche Zucht von Performance Appaloosas gelegt, die Uwe mittlerweile in die verantwortungsbewussten Hände seiner Tocher Christina Ottersbach gelegt hat – sinnbildlich wie damals die Longe mit seinem jungen Hengst, in den er alle seine Hoffnungen und Erwartungen für eine erfolgreiche Zukunft setzte und nicht enttäuscht wurde!

Ich denke, das ist, was einen wahren Champ für immer unvergessen macht!

Text: Sandra Platz-Schomisch
Prince Plaudit

Prince Plaudit

„Prince Plaudit“ –Wegbereiter des modernen Appaloosa-Pferdes

ApHC 55156, * 1963 red roan, World & National Ch. Get of Sire, Medaillion Winner, Bronze Production Plaque (als erster Hengst überhaupt!), Grand Champion Halter, G.E.A.R. Premier & Supreme Sire. All Time Leading Sire & Grandsire. Nation World MWS, Canadian Nat. G.E.A.R. & broodmares
ApHC Hall of Fame 1988

Prince Plaudit wurde geboren 1963. Er wurde gezüchtet von dem Stock-Horse-Züchter Hank Wieskamp. Seine Mutter war eine der guten Quarter-Horse Stuten von Wieskamp „Princess Rita“ und sein Vater war der ebenfalls erfolgreiche Hengst „Red Plaudit“.

Wieskamp setzte sein Augenmerk in der Zucht auf ein ausgewogenes, kraftvolles Exterieur, sowie ein gut trainierbares Temperament – ein Markenzeichen bei Wieskamp.
Carl Miles, dessen Name untrennbar mit dem legendären Joker B verbunden ist, erwarb den Hengst 1965 als Nachfolger für den alternden Joker B. Mit Prince Plaudit kaufte er ebenfalls 40 (!) Zuchtstuten von Wieskamp als Grundlage für sein Zuchtprogramm – und startete nicht nur die Show-Karriere des Hengstes, sondern direkt auch eine große Promotion-Kampagne um Prince Plaudit. Dieser gewann unzählige Grand Champion Sire-Titel bei Stockshows von Colorado bis Texas. Er gewann dank der guten Qualität seiner Nachkommen ebenfalls die Get of Sire Class bei den National Shows in 1969, 1975 und 1976 und den World-Titel in 1975. Miles hielt das Pferd während seiner aktiven Zeit immer sehr weise im Blickfeld der Öffentlichkeit und bewarb ihn von 1967 bis 1984 bis auf ein einziges Mal in jeder Ausgabe des Appaloosa Journals! Prince Plaudit zeugte insgesamt 637 registrierte Fohlen! Ein Plaudit-Fohlen brachte in den 1960-iger Jahren bereits einen Durchschnittspreis von 7.500 US-Dollar im Verkauf – das war ungefähr das Doppelte des damaligen Wertes eines Appaloosa.

Seine Söhne und Töchter, unter denen sich mehr als 40 weitere National- und Worldchampions in Halter und Performance-Klassen befanden, trugen letztendlich dazu bei, dass Prince Plaudit in den 70-er und 80-er Jahren zu einem der bekanntesten Appaloosas wurde. 1974 wurde er für fast 300.000,00 US-Dollar an ein Eigentümer-Syndikat verkauft – ein bis dahin noch nie dagewesener Rekord in der Appy-Pferdewelt. Miles fungierte fortan als Manager des Syndikats.1988 wurde Prince Plaudit in die Hall of Fame aufgenommen.

1988 war auch das Jahr seines Todes im Alter von 25 Jahren. In seinem Nachruf ist zu lesen:
„He passed away peacefully after a normal day of being escorted around his home at Rimwold Ranch“.
Der friedliche Abgang einer lebenden Legende dank seiner hervorragenden Nachzucht – und dank Carl Miles!

Text: Sandra Platz-Schomisch
Skipa Rock

Skipa Rock


Quelle: www.allbreedpedigree.com

Unser langjähriger Züchter Walter Desoi schreibt folgendes zu Skipa Rock:

Skipa Rock – einflussreicher Vererber mit bewegter Vergangenheit
Skipa Rock sah ich 1988 zum ersten Mal auf der Americana in Augsburg. Er war gerade aus den USA angekommen. Importiert von Karola von Hodenberg belegte er den zweiten Platz in der Haltershow hinter Native Goer von Wolfgang Lesch. Der Sohn von Rock Star, einem berühmten Halterhengst in den USA sollte in Europa für Furore sorgen, aber das lief zunächst nicht ganz nach Plan.

Zur Vorgeschichte:
Rock Star ging väterlicherseits auf Skipper W, den berühmten Hank Wiescamp Hengst zurück und dieser auf Peter McCue, dem Jahrhundertvererber der Quarter Horses. Eine wirklich erstklassige Abstammung. Die Mutter von Rock Star, She‘ll Do it, war eine Halterstute, die es in die Top Ten schaffte und führte ebenfalls über den Hall of Famer Top Hat H im Pedigree gutes Blut. Sie war aber hauptsächlich Mansfield Comanche gezogen, ebenfalls vertreten in der Hall of Fame der Appaloosas. Sie hatte Blutanschluss an Skipa Star den Vater von Rock Star, World Champion bei den Quarter im Halter, und von daher erfüllte Rock Star die in ihn gesetzten Erwartungen voll und ganz. Er war zu seiner Zeit der aufgehende Stern der amerikanischen Appaloosahalterindustrie. Seine Fohlen gewannen viele Preise, machten ihn zum Leading Sire of Medallion Winners & point earners Multiple World & National Champion producer Sire Production Plack Performance Award Silver and Bronze Medallion Producer ROM Producer. Einer seiner Söhne war der 1985 geborene Skipa Rock. Dementsprechend lasteten viele Erwartungen auf ihm. Seine Mutter Mighty Bar Bea war nicht weniger bekannt. National Champion Produce of Dam,Bronze Medallion Earner, Dam of Multiple Medallion Earners, World Champion Producer, Superior Halter Producer Nat. champ. 1991/ Produce of Dam, so lauteten ihre Leistungen.


So bezog Skipa Rock also Quartier bei Karola von Hodenberg, die mit ca. 30 Pferden ein großes Gestüt hatte und war eigentlich an der richtigen Stelle. Ich hatte Frau Hodenberg Mitte der 90iger Jahre besucht und sie setzte mittlerweile viel mehr Travelin Gay Power, ein Sohn von Trevelin Dice, als Deckhengst ein, obwohl dieser rein nach seinem Pedigree Skipa Rock nicht das Wasser reichen konnte oder auch nur annähernd so bekannt war. Auf direkte Nachfrage äußerte sie dann im persönlichen Gespräch mir gegenüber, dass sie etwas enttäuscht von der Vererbungsleistung von Skipa Rock war. Das machte mich neugierig und ich fing an, mich mit Vererbung im Allgemeinen zu beschäftigen und auch ein Stück weit mit Rock Star. Dabei fiel mir auf, das Rock Star zwar eine ganz tolle F1 Generation produzierte, aber nur noch wenig gute F2 Pferde. Die Vererbungskraft verpuffte.
Mitte der 2000er wurde ich von Birgit Schorpp gefragt, was ich von der Linie halten würde. Sie hatte mit Rock me Zippo einen 2004 geborenen Hengst aus der Linie. Ich erwiderte, dass das nicht meine Favoritenlinie sei weil ich die Vererbungskraft nicht hoch einschätzte. Der Hengst strafte all meine Worte Lügen. Seine Vererberkraft katapultierte ihn an die Spitze der deutschen Appaloosazucht. Da stand ich nun im Regen. Beim genauen Betrachten seines Pedigrees fiel der Groschen. Rock me Zippo ein Enkel von Rock Star väterlicherseits war gleichzeitig auch ein Urenkel von ihm mütterlicherseits. Das Zusammenführen und Vereinen des Blutes gab diesem Hengst die Vererbungskraft seines Großvaters wieder .


Eventuell wäre dies auch der Schlüssel in der Vererbung für Skipa Rock gewesen – aber leider hatte er nicht ganz das Glück aber dennoch kann er auf die Produktion von über 110 Fohlen im Laufe seines Lebens blicken und er konnte auch gute Linien etablieren wie z.B. mit seinem Sohn Somersault-pepper*. Mit Somersault-pepper, der im Besitz von Carola Hill war, konnte er sein wirkliches Zuchtpotential belegen. Seine Linie wird ebenfalls durch einige erfolgreiche Vererber weitergeführt. Das Vermächtnis von Skipa Rock lebt weiter und ist Beweis, dass wenn auch nicht alles auf Anhieb so funktioniert, wie man sich das vorgestellt hat, der Weg doch der Richtige sein kann!
Walter Desoi

(*Anm. Pl-Sch. : Somersault-pepper ist leider dieses Jahr verstorben. Ihr findet seinen Nachruf auf unserer Homepage)

The Totem

The Totem

Weil wir gestern über Prince Plaudit berichtet haben, kommen wir heute zu einem seiner Nachkommen, der selbst Vorreiter in der europäischen Appaloosa-Zucht, vor allem in Tschechien wurde:

„The Totem“ (von Carmen Adamietz)

(Danke Willi Kahlenberg fürs Bild)

Fragt man Experten auf der Suche nach einem guten Allrounder nach geeigneten Linien, dann wird sein Name bei uns selten erwähnt.
Unsere österreichischen und tschechischen Nachbarn hingegen haben die Qualität dieser Linie schon lange für sich entdeckt und weitergeführt...Von wem hier die Rede ist?
.... The Totem...
ein 1982 geborener, doppelt Prince Plaudit gezogener Hengst, white with spots over entire body, mit der Registration Number ApHC #386750. Er selbst war wenig geshowt. European Reserve Champion 1993 Halter, erreichte ein Halter ROM und 38 Halter Points. Er zeugte um die 130 Nachkommen, davon 119 beim ApHC registriert. 6 Perfomance Point Earner gewannen insgesamt 113,5 Performance Points, 5 Halter Point Earners erreichten 185 Halter Points. 2 Seiner Nachkommen erzielten insgesamt 9 ROM. Diese beiden waren seine Söhne Only the Loneley TT, der leider recht früh einem Brand zum Opfer fiel und TT Mighty Tango.

TT Mighty Tango ist Mitglied der ApHC Hall of Fame. Der bay with spots over entire body Hengst stammt von Cloudette. Diese ist Bright Eyes Brother, Hayes Roman Cloud und Top Hat H gezogen. Foundationblut vom Feinsten.TT Mighty Tango ist fünffacher European Champion, dreifacher Reserve European Champion; er hat ROM in Halter, Most colorful, Trail, & Pleasure, ist High Point, Grand and Reserve Champion. Er gewann 2 x Pleasure Futurity & 9 x Allaround Champion Gezüchtet wurde TT Mighty Tango von Herbert und Angelika Zierer. TT Mighty Tango selbst hatte über 40 Söhne und Töchter. Davon fällt einer besonders heraus. Nicht nur durch seine sportlichen Leistungen, sondern auch deshalb, weil sein Name noch heute in vielen erfolgreichen Allroundern zu finden ist: TT Mighty Junior - 'Junior' ist Multiple European Champion, Multiple ApHCG Futurity and Maturity Champion 2004 ApHC European unanimous Allaround Open & Non-Pro Champion Over 310 ApHC Points! Seine Nachzucht findet man vor allem in Tschechien und unter deren Besitzern auch im europäischen Wettbewerb. Sie sind, wie alle Totem Nachkommen, stark in Trail und Horsemanship und Halter. Nicht unerwähnt bleiben darf ein weiterer Sohn von TT Mighty Tango: TT Mighty Jackpot. Er ist aus der 3-Bars-Darlin.Sieger Hengstleistungsprüfung; wurde er mehrfacher Futurity und Maturity, European und Deutscher Champion, Reserve Champion and Bronce Finalist in den Disziplinen Western Pleasure, Trail, Hunter in Hand und Hunter under Saddle; er war mehrfaches Int. High Point und in der Int. Top Ten in Western Pleasure, Trail, Hunter under Saddle, ROM Hunter in Hand & Hunter under Saddle & Western Pleasure& ROM Trail, 2010: Supreme Champion ApHCG// Breeder: Herbert Zierer, Germany / Owner: Gerhard Marterstock, Germany Unter seinen wenigen Nachkommen sind sehr erfolgreiche Töchter dabei, im Sport wie in der Zucht.

Was macht nun aber die 'Totems' aus? Wo sind all die vielen anderen Totem-Nachkommen versteckt? Die 'Totems' verfügen über ein vernünftiges und stabiles Fundament und ein tragfähiges Exterieur. Die direkten Totem-Nachkommen waren noch etwas massiver, als die Enkelgeneration. Gleich ist ihnen allen ein ausgeprägtes Feingefühl für den Menschen und eine Direktheit der Sympathie oder Antipathie. Die Totems sind gute Beweger, leicht zu trainieren und fein zu reiten. Sie sind einfach ein vierbeiniger Partner für alle Lebenslagen. Und genau da findet man die meisten Totem-Nachkommen: im Freizeit- und Breitensport. Ob auf Wanderritt, einfach Ausritten, kleinen oder großen Turnieren, in der Frei- oder Bodenarbeit oder sogar in der Reittherapie – ein Totem ist das, was man einem Appaloosa nachsagt: 'the only friend you'll ever have.'Schaut man genau hin, findet man in vielen Zuchten auch in Deutschland noch Nachkommen von The Totem. Und auch hier zeigen sie ihre Qualitäten: Körsieger, Prämienstuten, Sieger des Stutenchampionats, Prämienwallache und natürlich Fohlen, die sich fürs Championat qualifizieren. Es lohnt sich, einen The Totem–Appaloosa kennen zu lernen.

Travelin Dice

Travelin Dice

„Ein wahrhaftiger Pionier der Appaloosa-Rasse in Deutschland und Europa – ein Vererber von epochaler Bedeutung“
So wurde dieser Ausnahmehengst in vielen Publikationen u.a. von Herrn H.W. Lesch beschrieben.

Ich für meinen Teil und da stimmt mir sein letzter Besitzer Herr Rainer Holzwarth-Fischer, bestimmt zu, würde sagen, er war noch viel mehr als das!
Doch zunächst zu ein paar Fakten (– umfassend hat Herr Lesch es in seinem sehr schönen Nachruf zu Travelin Dice in der Western Horse beschrieben für alle, die es gerne nachlesen möchten – sehr zu empfehlen! )
Wie aus dem Pedigree zu sehen ist, hatte er eine hervorragende Abstammung mit Foundation Background.


Quelle: www.allbreedpedigree.com

Geboren wurde er am 5.2.1975 in Haines City in Florida auf der Triangle-Ranch des bekannten Züchters Max Culpepper. Die Beweggründe, warum sich Culpepper damals überhaupt entschlossen hatte, diesen erfolgversprechenden schwarzen Hengst mit der auffälligen Färbung abzugeben, sind nicht bekannt. Aber für den Verlauf der späteren Geschichte entscheidend. Dice wurde damals auf der ersten Auktion der ‚National Sale‘ angeboten. Auf dieser Auktion war auch Karola von Hodenberg (-siehe Skipa Rock), die sich in diesen Eyecatcher direkt verliebte und bis zum Schluß mitbot und ihn erwarb.

So kam er 1977 nach Deutschland und war in den erforderlichen Voraussetzungen der Zucht, wie Körung und Leistungsprüfung, der Wegbereiter für viele Nachfolger.
Dies war dadurch möglich, dass sich 1978 zehn Besitzer „echter“ Appaloosas trafen, um über die Gründung eines neuen Verbandes zu beraten – eines Verbandes, der ausschließlich der Förderung und Verbreitung der Appaloosas dienen sollte. Zunächst gründete man den APSD – den „Appaloosa Pferdestammbuch Deutschland. Das Ziel war, ein staatlich anerkannter, eigenständiger Zuchtverband zu werden und das mit Züchtern auf Bundesebene.

Erst als die FN, damals Dachverband aller Zuchtverbände, den APSD dem Rheinischen Pferdestammbuch unterstellte, -wohlgemerkt nach 2 Jahren harter Öffentlichkeitsarbeit-, wurde der wichtige Schritt zur staatlichen Anerkennung geschafft: Die Appaloosas sollten in diesem Pferdestammbuch eine eigene Abteilung bekommen, Hengstleistungsprüfungen und Körungen zentral in Aachen abgehalten werden und dezentrale Stuten- und Fohlenschauen zur weiteren Förderung der Rasse beitragen. Durch den Mitgliederbeschluss der FN konnte die Appaloosa Zucht in Deutschland in geordneten Bahnen verlaufen!

Und so legten 1981 die ersten Hengste Comanche B Button, Reining Rouge und Travelin Dice die Hengstleistungsprüfung ab. Wie mir sein späterer Besitzer, Herr Rainer Holzwardt-Fischer verraten hat, ging Dice als erster in die Hengstleistungsprüfung allerdings mit den Abmessungen, die man für die Warmblüter angesetzt hatte und die er auch tadellos meisterte – danach reduzierte man auf die Abmessungen für Kleinpferde…

Herr Holzwarth-Fischer bekam Dice 1983 zunächst als Leihgabe und konnte ihn dann 1984 erwerben und fortan bis zu seinem Lebensende fand der Hengst ein Zuhause in Hechingen. Er beschrieb ihn mir als ein enorm leistungswilliges und leistungsstarkes Pferd mit einem unglaublichen Cow-Sense, der traumhaft zu reiten war – und sich als echter Allrounder auch in den einzelnen Disziplinen (besonders in der Westernriding) gegen die Spezialisten durchsetzen konnte!

Am 18.08.2001 verstarb er infolge eines Aorta-Abrisses innerhalb von Minuten auf der Koppel im Kreise seiner Herde. Ein schmerzlicher Verlust für seinen Besitzer bis heute! Sein Gemälde hat einen Ehrenplatz bei Herrn Holzwarth-Fischer von dem aus er ihn noch jeden Tag begleitet.

Sein Vermächtnis – die hervorragende Abstammung gepaart mit einem exellenten Exterieur, einer Fellfarbe, die Augenzeugen bis heute als Farbwunder bezeichnen und letztendlich sein Interieur wurde weitergegeben an über 200 Fohlen, darunter viele gute Sportpferde, Zuchtstuten und Vererber. Danke Travelin Dice!

Bilder: Rainer Holzwarth-Fischer
Text: Sandra Platz-Schomisch